Barmer-Chef fordert Zentrenbildung

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Berlin (pag) – Bei der Vorstellung des Barmer-Krankenhausreports in Berlin plädiert Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse, für eine Zentralisierung in der klinischen Versorgung. Das gelte zum Beispiel bei Bauchaortenaneurysmen, dem Schwerpunktthema des Krankenhausreports 2018. Die Sterberate sei abhängig vom Standort und der Art der OP.

„Künftig sollten die Eingriffe nur noch in zertifizierten Gefäßzentren oder Kliniken mit einer hohen Fallzahl erfolgen. Dazu wäre die Einführung von Mindestmengen pro Standort und Operateur sinnvoll“, sagt Straub. Er nennt die Zahl 50 als Mindestgrenze pro Einrichtung. Die flächendeckende Versorgung bliebe sichergestellt, auch wenn nicht jede Klinik mit geringer Fallzahl planbare Operationen an der Bauchschlagader vornehme. Für diesen anspruchsvollen Eingriff seien Erfahrung und Routine nötig. Die Barmer würde auch die Transportkosten übernehmen.

„Bei einem akut auftretenden Aneurysma ist eine lange Verlegezeit in ein Zentrum lebensgefährlich“, hält die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) dagegen. Stattdessen sei die Qualität in allen Kliniken, die diese Operation durchführen, über die Qualitätssicherungsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) auf höchstem Niveau verankert. Das sieht die Linken-Fraktion im Bundestag anders. „Ein weiteres Mal werden die unhaltbaren Zustände an deutschen Krankenhäusern deutlich, wenn das Sterberisiko beispielsweise bei einer Bauchaorten-OP davon abhängig ist, wie und in welchem Krankenhaus operiert wird“, sagt Harald Weinberg, gesundheitspolitische Sprecher. Er fordert bundesweit einheitliche Standards. 

Der Report beleuchtet das Jahr 2017. Nach dem Zahlenwerk beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus 7,5 Tage, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Vor allem Depressionen seien dafür verantwortlich, dass Patienten viele Tage stationär behandelt werden. Sie machen laut Bericht 4,9 Prozent aller Krankenhaustage aus. Der Krankenhausaufenthalt eines Mannes kostet im Schnitt 4.280 Euro bei körperlichen und 5.959 Euro bei psychischen Erkrankungen, bei Frauen 3.773 beziehungsweise 7.518 Euro.