Ausschleichen scheint zur Verringerung langfristiger Opioidtherapie wirksam

  • Avery N & al.
  • BMJ

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Eine Evidenz mit mäßiger Sicherheit spricht für ein Deprescribing (Ausschleichen) von Opioiden gemäß den Leitlinien und Schmerz-Selbstmanagementprogrammen zum Zweck der Verringerung langfristiger Opioidtherapien bei Patienten mit chronischen nicht-krebsbedingten Schmerzen.

Warum das wichtig ist

  • Überverschreibung führte zu negativen Konsequenzen und kann mit Missbrauch und Abzweigung zur illegalen Verbreitung verbunden sein.

Wesentliche Ergebnisse

  • 78 % der Studien wurden aufgrund eines kritischen Risikos für Verzerrungen von der Evidenzsynthese ausgeschlossen.
  • Die verbleibenden Studien umfassten nur wenige vergleichbare Behandlungsgruppen und eine kleine Fallzahl.
  • Für die 44 Studienergebnisse war die Evidenzsicherheit gering/sehr niedrig bei:
    • 93 % der Ergebnisse insgesamt.
    • 100 % der nicht Opioid-bezogenen Ergebnisse.
  • Eine Evidenz mäßiger Sicherheit sprach für 2 Interventionen im Vergleich mit den Kontrollgruppen:
    • Deprescribing durch verschreibenden Arzt:
      • Für Absetzen von Opioiden: aOR: 1,5 (95 %-KI: 1,0–2,1)
      • Für Opioid-Dosisreduktion: mittlere Differenz: -6,8 mg orales Morphinäquivalent täglich (p < 0,001)
    • Schmerz-Selbstbehandlungsprogramme:
      • Für Opioid-Dosisreduktion: mittlere Differenz: -14,31 mg orales Morphinäquivalent täglich (95 %-KI: -21,57 bis -7,05)

Studiendesign

  • Systematische Überprüfung und Metaanalyse von 166 Studien zu Interventionen zum Zweck der Verringerung langfristiger Opioidtherapien bei Patienten mit chronischen nicht-krebsbedingten Schmerzen:
    • Schmerz-Selbstmanagement
    • Komplementär-/Alternativmedizin
    • Pharmakologische/biomedizinische Instrumente und Interventionen
    • Opioid-Ersatztherapie
    • Deprescribing-Methoden
  • Wichtigste Ergebnisse:
    • Opioid-Ergebnisse (Absetzen und Dosisreduktion)
    • Nicht Opioid-bezogene Ergebnisse (Schmerzintensität, schmerzbezogene Funktion, QoL, Entzugssymptome, Substanzkonsum und unerwünschte Ereignisse)
  • Finanzierung: Salteri Family Foundation, andere Sponsoren

Einschränkungen

  • Mangel qualitativ hochwertiger Evidenz
  • Geringe Anzahl an Studien für Metaanalyse