Ausreichende Trinkmenge bremst den Alterungsprozess

  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in mittleren Jahren kann möglicherweise den Alterungsprozess verlangsamen und chronische Krankheiten verringern. Das geht aus einer Studie des Laboratory of Cardiovascular Regenerative Medicine am National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) in Bethesda im US-Staat Maryland hervor, die jüngst in eBioMedicine veröffentlicht wurde.

Dazu analysierten Wissenschaftler um Natalia Dmitrieva Gesundheitsdaten von 11.255 Erwachsenen aus der „Atherosclerosis Risk in Communities study“ , die einen Zeitraum von 25 Jahren überblickt. In dieser Zeit wurden die Teilnehmer insgesamt fünfmal untersucht; im Alter von 50 bis 59 Jahren und im Alter von 70 bis 90 Jahren. Untersucht wurde der Natrium-Spiegel im Blut der Probanden. Je geringer die Flüssigkeitszufuhr, desto höher die Natriumkonzentration.

15 Biomarker bestimmen biologisches Alter

Das biologische Alter berechneten die Forschenden anhand von 15 Biomarkern, welche die Leistung mehrerer Organsysteme und -prozesse charakterisieren. Dazu zählen kardiovaskuläre (systolischer Blutdruck), renale (eGFR, Cystatin-C, Harnstoffstickstoff, Kreatinin, Harnsäure), respiratorische (FEV), metabolische (Glukose, Cholesterin, HbA1c, glykiertes Albumin, Fructosamin) und immun/entzündliche (CRP, Albumin, Beta-2-Mikroglobulin) Marker. Natriumwerte und biologisches Altre wurden dann miteinander korreliert.

Die Analyse zeigte, dass Menschen, die nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, ein deutlich höheres Risiko haben biologisch älter zu sein, chronische Krankheiten zu entwickeln und früh zu sterben. Dabei werden Natriumwerte von 135-146 mEq/L als normal angesehen. Im Einzelnen kamen die Wissenschaftler zu folgenden Ergebnissen:

Biologisches Alter: Das Risiko, biologisch älter zu sein als das chronologische Alter nahelegt, war bei Natriumwerten über 142 mEq/L um zehn bis 15 Prozent erhöht, bei Werten über 144 mEq/L sogar um die Hälfte.

Früher Tod: Bei Natriumwerten von 144,5-146 mEq/L war das Risiko für einen frühen Tod um 21 Prozent erhöht gegenüber Natriumwerten von 137-142 mEq/L .

Chronische Krankheiten: Bei Teilnehmern mit Werten über 142 mEq/L zeigte sich ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten wie Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus und Demenz. Teilnehmer mit Natriumwerten zwischen 138-140 mEq/L hatten dagegen das niedrigste Risiko für chronische Krankheiten.

Einfache Therapie gegen das Altern

Ob und wie viel Trinken wirklich ein gesundes Altern fördert, müsse in weiteren Kontrollstudien erst noch erforscht werden, da die Ergebnisse der Beobachtungsstudie keine kausalen Folgerungen zulassen würden, räumen die Wissenschaftler ein. Dennoch könnten Personen mit Natriumwerten ab 142 mEq/L ihre Trinkgewohnheiten analysieren und so von der Studie profitieren, resümiert Dmitrieva. Es sei einfach und sicher, sich mehr Flüssigkeit etwa mit Wasser, Säften oder auch mit saftigem Gemüse und Früchten zuzuführen.