Aufruf zu weltweitem Moratorium für erbliche Genom-Editierung


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Wissenschaftler und Ethiker haben zu einem weltweiten Moratorium für alle klinischen Anwendungen von menschlicher Keimbahn-Editierung aufgerufen. 

In einem Beitrag in Nature sagen 18 Unterzeichner aus sieben Ländern, sie streben kein dauerhaftes Verbot der Editierung erblicher DNA an, „um genetisch modifizierte Kinder zu machen“, sondern sie verlangen die Einführung eines internationalen Rahmenwerks, innerhalb welchem Länder sich freiwillig verpflichten, die Anwendung von klinischer Keimbahn-Editierung nur dann zu erlauben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Sie sagen, es sollte einen festen Zeitraum geben, in dem keine klinischen Anwendungen von Keimbahn-Editierung erlaubt sind. „Neben der Möglichkeit für Diskussionen über die technischen, wissenschaftlichen, medizinischen, gesellschaftlichen, ethischen und moralischen Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, bevor Keimbahn-Editierung erlaubt wird, würde es dieser Zeitraum ermöglichen, ein internationales Rahmenwerk zu erstellen“, sagen sie. 

Die Autoren meinen, nach diesem Zeitraum könnten Ländern sich dafür entscheiden, eigene Regelungen zu finden. 

Der Handlungsaufruf erscheint nur Monate nach der Bekanntgabe des Biophysikers He Jiankui, er habe erfolgreich die Embryos zweier Säuglinge, die in China zur Welt kamen, editiert, um eine Ansteckung von HIV bei ihnen zu verhindern.

Die Weltgesundheitsorganisation hat seither ein Expertenkomitee gegründet, um weltweite Standards für die Steuerung und Kontrolle von menschlicher Genom-Editierung zu entwickeln.