Aufklärungsmaterial zu unspezifischen Rückenschmerzen und Ischialgie hilfreich

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  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Patientenaufklärungsmaterial war bei Patienten mit unspezifischen Schmerzen im Lumbosakralbereich oder Ischialgie der üblichen Versorgung (jedoch nicht anderen Interventionen) bezüglich der Schmerzreduktion überlegen.

Warum das wichtig ist

  • Leitlinien empfehlen das Vermeiden bildgebender Verfahren und die Anwendung konservativer Maßnahmen (Bestärkung, einfache Analgetika, Strategien zur Selbstversorgung sowie Beratung und Aufklärung).

Studiendesign

  • Metaanalyse von 27 randomisierten kontrollierten Studien mit 5.639 Patienten im Alter von ≥ 16 Jahren mit unspezifischen Rückenschmerzen oder Ischialgie, die akut oder subakut (< 12 Wochen) oder chronisch (≥ 12 Wochen) waren.
  • Hauptergebnisse: Schmerzintensität, Einschränkung, QoL, beurteilt anhand der standardisierten mittleren Differenz (SMD) oder des Risikoverhältnisses
  • Die Dauer der Nachbeobachtung war unmittelbar, kurzfristig, mittelfristig und langfristig (6, 12, 24 und 52 Wochen).
  • Finanzierung: Memorial University of Newfoundland, andere Sponsoren

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei akuten/subakuten Schmerzen im unteren Rücken vs. der üblichen Versorgung: Patientenaufklärungsmaterial:
    • Verbesserte kurzfristige Schmerzintensität (SMD von -0,24 Punkten) und Verbesserung der QoL (-0,24 Punkte) in der unmittelbaren Nachbeobachtung
    • Unmittelbar, kurz- und langfristig verbessertes Wissen und kurz- und langfristig verbesserte Selbstwirksamkeit durch Schmerz-Selbstversorgung
    • Kurzfristig verringerte Anzahl an Tagen mit Arbeitsunfähigkeit, langfristig verringerte Anzahl an Überweisungen zur Bildgebung und langfristig verringerte Anzahl an Arztbesuchen
  • Bei chronischen lumbosakralen Schmerzen  vs. der üblichen Versorgung: Patientenaufklärungsmaterial:
    • Verbesserte Schmerzintensität über alle Nachbeobachtungszeiträume hinweg (SMD von -0,16 bis -0,53 Punkten), mittelfristig verbesserte Beschwerden (-0,32 Punkte) sowie kurz- und mittelfristig verbesserte QoL (-0,15 und -0,23 Punkte)
    • Höhere Scores für globale Verbesserung und Selbstwirksamkeit bei Schmerzversorgung über alle Nachbeobachtungszeiträume hinweg
    • Mittelfristig geringere Angstvermeidungsüberzeugungen und langfristig geringerer Stress
  • Das Patientenaufklärungsmaterial war ähnlich oder weniger wirksam als andere Interventionen wie Yoga, Pilates, kognitive Verhaltenstherapie, chiropraktische Behandlung und Bewegungsprogramme.

Einschränkungen

  • Die Evidenzqualität war sehr gering, gering oder mäßig.
  • Studien gaben kein Daten zur Kosteneffektivität an.