Aufklärung zu Baby-Watching

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) stehen dem „Baby-Watching“ kritisch gegenüber. Auf einer Pressekonferenz erläutern sie die Unterschiede zu feindiagnostischen Untersuchungen und dem Ultraschall nach Mutterschaftsrichtlinien.

Das „Baby-Watching“ ist eine Ultraschalluntersuchung, die nur dem Betrachten des Feten dient – ohne medizinischen Hintergrund. Dr. Kai-Sven Heling sieht das kritisch: „Aufgrund von oft wenig qualifizierten Anwendern besteht häufig die Gefahr, dass Fehlbildungen oder sonstige Probleme der Feten nicht rechtzeitig erkannt werden.“ Der DEGUM-Vizepräsident begrüßt das zukünftige Verbot solcher kommerziellen Angebote durch die neue Strahlenschutzverordnung. Die dadurch entstandene Kritik an Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft weist er zurück. Es gebe keinerlei Erkenntnisse, die einen ultraschallbedingten Schaden am Fötus nachweisen.

Im Gegensatz zu kommerziellen Zwecken wird die Sonografie zu diagnostischen Zwecken hierzulande nur von Ärzten durchgeführt. Laut Mutterschaftsrichtlinien stehen Schwangeren dafür als Kassenleistung drei Ultraschalluntersuchungen zur Verfügung. Werden Auffälligkeiten entdeckt oder liegt eine Risikoschwangerschaft vor, übernehmen die Kassen auch die Kosten für feindiagnostische Untersuchungen. Ist das nicht der Fall, müssen Schwangere diese selbst zahlen. „Mit der frühen Ultraschallfeindiagnostik zwischen Anfang der zwölften und Ende der 14. Schwangerschaftswoche können wir zahlreiche relevante Fehlbildungen frühzeitig erkennen“, erläutert Heling.

Bei der feindiagnostischen Untersuchung um die 20. Schwangerschaftswoche könne dann mit sehr hoher Sicherheit feststellt werden, ob mit der körperlichen Entwicklung des Kindes alles in Ordnung ist. Da ohne diese Untersuchung potenzielle Fehlbildungen unentdeckt bleiben, fordert die DEGUM eine Aufnahme dieser Leistungen in den Regelkatalog der Krankenkassen.