Auch visuelle Probleme beeinträchtigen offenbar die täglichen Aktivitäten von Parkinson-Patienten

  • Neurology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Vier Fünftel aller Parkinson-Patienten berichteten in einer Beobachtungsstudie über ophthalmologische Symptome, 70 Prozent waren dadurch in ihren täglichen Aktivitäten eingeschränkt.

Hintergrund

Bei der Parkinson´schen Krankheit sind neben den Hauptsymptomen Ruhetremor, Rigor und Haltungsinstabilität eine Reihe fakultativer Begleitsymptome sensorischer, vegetativer, psychischer und kognitiver Art bekannt. Ophthalmologische Symptome wurden dagegen nur selten berichtet und sind in der Regel auch nicht Bestandteil der Untersuchungen.

Design

Multizentrische Beobachtungsstudie mit 848 Parkinson-Patienten (mediane Krankheitsdauer 7 Jahre) und 250 gesunden Kontrollpersonen im durchschnittlichen Alter von 70 Jahren. Bei ihnen wurden Einschränkungen des Sehvermögens mittels eines Fragebogens (Visual Impairments in Parkinson´s Disease Questionaire (VIPD-Q) erfasst und den Domänen Oberfläche, intraokular, okulomotorisch bzw. Sehnerv zugeordnet.

Ergebnisse

  • 82 % der Patienten und 48 % der Kontrollen berichteten über mindestens ein ophthalmologisches Symptom (p
  • In allen Domänen war die Häufigkeit von Symptomen bei den Parkinson-Patienten größer (p
  • Die täglichen Aktivitäten waren durch die Symptomatik eingeschränkt bei 68 % der Parkinson-Patienten gegenüber 35 % der Kontrollen (p

Bedeutung

Die Zahlen aus dieser Studie scheinen ein klinisch relevantes erhöhtes Risiko für ophthalmologische Symptome unter Parkinson-Patienten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zu belegen. Allerdings zeigt ein Blick auf die Charakteristika der Teilnehmer, dass 35 % der Parkinson-Patienten, aber nur 19 % der Kontrollen zuvor schon einen Augenarzt besucht hatten. Da es sich um eine Erhebung per Fragebogen handelte, der von den Studienteilnehmern selbst ausgefüllt wurde, ist eine Verzerrung des Ergebnisses durch eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Problem in der Gruppe der Parkinson-Patienten durchaus möglich.

Finanzierung: Stichting Parkinson Fonds.