Auch ein paar Pfunde zu viel sind keine Wohltat für’s Herz


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Im Vergleich zu Normalgewichtigen sterben adipöse Erwachsene früher. Übergewichtige hingegen leben weder kürzer noch - wie oft angenommen - länger; allerdings haben sie häufiger kardiovaskuläre Krankheiten.

Hauptergebnisse

Die Zunahme des Lebenszeit-Risikos für eine kardiovaskuläre Ereignis beträgt den Berechnungen nach bei

  • übergewichtigen Männern und Frauen 21 und 32 Prozent
  • adipösen Männern und Frauen 67 und 85 Prozent
  • Männern und Frauen mit morbider Adipositas 214 und 153 Prozent

Die durchschnittlichen Überlebenszeiten (in Jahren) betrugen bei den Männern mit 

  • Normalgewicht 29,1 
  • Übergewicht 29,3 
  • Adipositas 27,2 
  • morbider Adipositas 23,4

und bei den Frauen mit 

  • Normalgewicht 33,2
  • Übergewicht 31,8
  • Adipositas 29,8
  • morbider Adipositas 27,2
Design

Auswertung von zehn Kohorten-Studien; Beobachtungsdauer: 3,2 Millionen Personen-Jahre (Zeitraum 1964 bis 2015). Kein Patient hatte zu Beginn eine bekannte kardiovaskuläre Erkrankung. Die Teilnehmer waren 20 bis 79 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Männer betrug 46 Jahre, das der Frauen knapp 59. Der Frauen-Anteil betrug knapp 74 Prozent (140. 835/190. 672).

Verwendet wurden die BMI-Kriterien der WHO:

  • Normalgewicht: BMI 18,5 bis 24,9
  • Übergewicht: BMI 25,0-29,9
  • Adipositas: BMI 30,0-39,9
  • Morbide Adipositas: BMI mindestens 40

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt zum einen den engen Zusammenhang zwischen Adipositas und kardiovaskulären Erkrankungen sowie der eingeschränkten Lebenserwartung. Zum anderen zeigt sie, dass auch Übergewicht (gemäß der BMI-Einteilung) für Herz und Gefäße ein Risikofaktor ist. Zudem spricht die Studie gegen die Annahme, dass ein paar Pfunde zu viel nicht nur nicht schaden, sondern sogar gut seien, da Übergewichtige eine höhere Lebenserwartung hätten als Normalgewichtige.