Auch Diabetiker ohne Herzgefäß-Erkrankung profitieren womöglich von Gliflozinen


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Behandlung mit einem SGLT-2-Hemmer geht nicht allein bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit einem verminderten Risiko für Tod und Herzinsuffizienz einher, die eine manifeste kardiovaskuläre Erkrankung haben. Der Beobachtungsstudie zufolge sind auch bei Diabetes-Kranken ohne kardiovaskuläre Erkrankung, die Gliflozine erhalten, die Mortalitäts- und die Herzinsuffizienzrate vermindert. 

Hintergrund

Die Behandlung mit einem Gliflozin kann bei Typ-2-Diabetes-Patienten die Mortalitäts- und Herzinsuffizienzrate senken. Eine Frage dabei ist, ob dieser klinische Nutzen mit davon abhängt, ob die Patienten bereits eine kardiovaskuläre Erkrankung haben. Um diese Frage zu beantworten, haben die Autoren der CVD-REAL-Studie den Zusammenhang zwischen Gliflozin-Therapie und Mortalität sowie Herzinsuffizienz bei Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Erkrankung untersucht.

Design

Bei der CVD-REAL-Studie (Comparative Effectiveness of Cardiovascular Outcomes in New Users of SGLT-2 Inhibitors) handelt es sich um eine multinaltionale Beobachtungsstudie, in der die Patienten entweder SGLT-2-Hemmer oder andere Antidiabetika erhielten. Zu jeder Gruppe gehörten rund 150.000 Patienten. Berechnet wurde das Risiko (HR) für Tod, Herzinsuffizienz sowie Tod oder Herzinsuffizienz bei Patienten  mit und ohne diagnostizierter kardiovaskulärer Erkrankung. Zu Beginn hatten 13 Prozent der Teilnehmer eine bekannte Herzgefäß-Krankheit. 

Hauptergebnisse

Die Gliflozin-Therapie ging im Vergleich zur Therapie mit anderen Antidiabetika mit einem verminderten Mortalitätsrisiko einher - und zwar um je 44 Prozent bei Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Erkrankung (HR jeweils 0,56).  Auch beim Parameter Herzinsuffizienz schnitten Patienten mit SGLT-2-Hemmer besser ab (relative Reduktion um 28 und um 39 Prozent), ebenso beim kombinierten Endpunkt Tod/Herzinsuffizienz (relative Reduktion 37 und 44 Prozent).

Klinische Bedeutung

Die Studie lässt vermuten, dass Gliflozine die Prognose von Patienten mit Typ-2-Diabetes unabhängig davon verbessern können, ob bereits eine kardiovaskuläre Erkrankung besteht oder nicht. Anders formuliert: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass womöglich mehr Typ-2-Diabetiker von SGLT-2-Hemmern profitieren könnten als bislang aufgrund vorliegender Studien (EMPAG-Reg Outcome und CANVAS) gedacht. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, sollten keine voreiligen Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen werden. Weitere Erkenntnisse werden von noch laufenden Studien erwartet. 

Finanzierung: AstraZeneca