AU-Schein online: Start-up droht Musterprozess

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Bad Homburg (pag) – Argwöhnisch wird von vielen Ärzten das Hamburger Start-up „au-schein.de“ von Can Ansay beäugt, über das kranke Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anfordern können – ohne zum Arzt gehen zu müssen. Jetzt bekommt das Unternehmen auch Gegenwind aus der Wettbewerbszentrale in Bad Homburg.

 

Einen Musterprozess hat inzwischen die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg gegen „au-schein.de“ eingeleitet. Sie stützt sich zum einen auf Paragraf 9 Heilmittelwerbegesetz, der Werbung für Fernbehandlungen (noch) verbietet. Zum anderen sei aber auch die Aussage des Unternehmens, dass Patienten einen „100 Prozent gültigen AU-Schein“ bekommen, irreführend und damit ebenfalls verboten. Die AU-Scheine erfüllten zwar, da sie von Privatärzten ausgestellt werden, formal die Voraussetzungen zur Vorlage beim Arbeitgeber. Dass sie aber auch den „arbeits- und berufsrechtlichen Anforderungen genügen, wird von etlichen Juristen bezweifelt“, heißt es von Seiten der Wettbewerbszentrale. Da höchstrichterliche Entscheidungen noch nicht vorliegen, könne die AU nicht als „100 Prozent gültig“ bezeichnet werden. Das müsse erst gerichtlich geprüft werden.