ATS 2019—Grippeimpfung bei COPD senkte Krankenhauseinweisungen wegen Grippe


  • Tara Haelle
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Eine Grippeimpfung senkte die durch Laboruntersuchungen bestätigten grippebedingten Krankenhauseinweisungen bei Patienten mit COPD in den Grippesaisons 2010–2011 bis 2015–2016 um 22–43 Prozent.

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit COPD sind einem höheren Morbiditätsrisiko aufgrund von Grippeerkrankungen ausgesetzt, aber die Wirksamkeit der Grippeimpfung schwankt von Saison zu Saison, und für Patienten mit COPD liegen nur beschränkte Hinweise vor.

Studiendesign

  • Testnegative Studie an 21.748 Erwachsenen im Alter von ≥ 66 Jahren mit ärztlich diagnostizierter COPD, die während der Grippesaisons 2010–2011 bis 2015–2016 in der kanadischen Provinz Ontario in ein Krankenhaus eingewiesen und innerhalb von drei Tagen vor oder während des Krankenhausaufenthalts einem Labortest auf Influenza unterzogen wurden.
  • Ob eine Grippeimpfung vorgenommen worden war, wurde über entsprechende Abrechnungsposten festgestellt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 56 Prozent der Studienteilnehmer hatten eine Grippeimpfung erhalten.
  • 16,7 Prozent der Erwachsenen wurden positiv auf Influenza getestet; dies umfasste 15,3 Prozent der geimpften (n = 12.174) und 18,6 Prozent der nicht geimpften Erwachsenen (n = 9574).
  • Durch eine Impfung senkte sich die Wahrscheinlichkeit einer im Labor bestätigten Grippeerkrankung um 22 Prozent (95%-KI: 15 %–27 %) nach einer Bereinigung um Kovariate, was ähnlich ist wie die Wirksamkeit bei Menschen ohne COPD.
  • Bei einer zweiten Analyse wurden potenzielle falsche Klassifizierungen des Impfstatus korrigiert: 43 Prozent Wirksamkeit (95%-KI: 35 %–52 %).
  • Die Wirksamkeit des Impfstoffs schwankte in den Subgruppenanalysen oder nach patienten-, COPD- oder probenahmebedingten Faktoren nicht signifikant. 

Einschränkungen 

  • Durch den Einsatz einer Laboruntersuchung zur Bestätigung von Grippeerkrankungen könnte die Grippeinzidenz unterschätzt worden sein.
  • Der Impfstatus wurde nur mangelhaft erfasst.
  • Restliche Störfaktoren sind möglich. 
  • Die Subgruppenanalysen hatten möglicherweise keine ausreichende Power.