Asthma: Weniger Symptome und bessere Kontrolle bei guter Ernährung


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Aus den per Fragebogen erhobenen Ernährungsgewohnheiten haben französische Forscher Zahlenwerte abgeleitet, die zeigen, wie gesund die Teilnehmer sich ernähren. Dabei hatte jenes Drittel mit den besten Scores ein um 20 – 30 Prozent geringeres Risiko für Asthmasymptome als das Drittel der Teilnehmer mit den schlechtesten Ernährungsgewohnheiten.

Hintergrund

Die Rolle der Ernährung bei der Entstehung von Asthma wird kontrovers diskutiert. Zwar gibt es Beobachtungsstudien, wonach geringe Spiegel an Antioxidantien, Vitamin C und, Magnesium, Selen und Omega-3-Fettsäuren sowie hohe Spiegel von Natrium und Omega-6-Fettsäuren und möglicherweise auch ein Mangel an Vitamin D mit einem höheren Risiko einhergehen, allerdings wurde der Einfluss dieser Faktoren in interventionellen Studien bisher nicht eindeutig bestätigt. In der aktuellen Studie hat man statt nach spezifischen Nährstoffen nach der Qualität der Ernährung insgesamt gefragt.

Design

Die Forscher nutzten die Daten von 34.766 Teilnehmern der Internet-basierten Ernährungsstudie NutriNet-Santé. Diese hatten detaillierte Angaben zu ihren Diäten gemacht, aus denen die Adhärenz zu drei verschiedenen Ernährungsempfehlungen in Form eines Zahlenwertes abgeleitet wurde: Der Alternate Healthy Eating Index 2010 (AHEI-2010), ein Literatur-basierter Wert für die Adhärenz an eine mediterrane Ernährung (MEDI-LITE), und der modifizierte Programme National Nutrition Santé Guideline Score (mPNNS-GS). Dem gegenübergestellt wurden der ebenfalls per Fragebogen ermittelte Asthma Symptom Score und der Grad der Kontrolle über die Krankheit, gemessen mit dem Asthma Control Test (ACT)

Hauptergebnisse

  • Etwa ein Viertel aller Teilnehmer berichteten mindestens ein Asthma-Symptom. Dabei bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer gesünderen Ernährung gemäß dem AHEI-2010 und einem besseren Asthma Symptom Score.
  • Das adjustierte Chancenverhältnis OR, Asthmasymptome zu haben, betrug im Vergleich des Drittels mit den besten Ernährungsgewohnheiten gegenüber dem schlechtesten Drittel bei Frauen 0,79 (95%-Konfidenzintervall 0,75 – 0,84) und bei Männern 0,67 (95%-Konfidenzintervall 0,60 – 0,75)
  • Teilnehmer, deren AHEI-2010-Werte im besseren Drittel lagen, waren im Durchschnitt älter, körperlich aktiver, seltener übergewichtig und sie waren seltener Raucher, als die Teilnehmer im mittleren und unteren Tertil. Für den MEDI-LITE und den mPNNS-GS fand sich die meisten dieser Assoziationen ebenfalls.

Klinische Bedeutung

Ein Vorteil der aktuellen Studie ist es, dass versucht wurde, die Qualität der Ernährung insgesamt zu bewerten. Dies wird sowohl der Alltagssituation als auch der Fragestellung eher gerecht, als die Quantifizierung einzelner Ernährungsbestandteile. Allerdings war die Responder-Rate unter den ursprünglich 121.568 angeschriebenen Teilnehmern der NutriNet-Studie nur etwa 30 %, was einen Bias befürchten lässt. Am Ende steht die Erkenntnis, dass „eine gesunde Ernährung wahrscheinlich zur besseren Kontrolle von Asthma beiträgt.“

Finanzierung: Die NutriNet-Santé-Studie wurde unterstützt durch mehrere öffentliche französische Einrichtungen.