Asthma und COVID-19: Inhalierbare Steroide nicht absetzen!

  • Pneumologische Fachgesellschaften

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Aktuell gibt es Stimmen, die die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie in Frage stellen. Diese Therapie sollte unverändert fortgeführt werden, betonen nun Pneumologen. 

Verunsicherung von Patienten und Ärzten

Laut einer aktuellen Stellungnahme von pneumologischen Fachgesellschaften soll der Berliner Virologe Professor Dr. med. Christian Drosten in einem Podcast am 13. März darauf hingewiesen haben, dass Asthma-Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen sollten, ein auf Kortison basierendes Asthma-Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, welches das Immunsystem weniger angreife. Diese Aussage verunsichere Patienten und Ärzte, heißt es nun in der Stellungnahme der Fachgesellschaften. 

Unkontrolliertes Asthma das größere Risiko

Die deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen, bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma eine adäquate und individuell eingestellte Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht aus diesem Grund zu ändern oder gar zu beenden. Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und (ansonsten unnötige) Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich mache – einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den einzelnen Asthma-Patienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem neuen Coronavirus (SARS-Cov-2). Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei Patienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden.

 Alle übrigen, vom Robert Koch-Institut empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, darunter auch der Verzicht auf nicht unbedingt notwendige Sozialkontakte, seien selbstverständlich auch von Patienten mit Asthma zu befolgen, so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie, und die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin.