ASRM 2019 — Ovarialtorsion: keine Erhöhung der Komplikationen durch konservative Operation


  • Daniel M. Keller, Ph.D
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Chirurgischer Noteingriff wird bei Ovarialtorsion traditionell mittels Oophorektomie durchgeführt.
  • Zunehmende Evidenz dafür, dass eine eierstockerhaltende Operation nicht zu einem Anstieg perioperativer Komplikationen führt, und deshalb besonders bei jüngeren Frauen in Erwägung gezogen werden sollte.
  • 90 % der Eierstöcke, die sich intraoperativ nekrotisch (blau/schwarz) darstellen, können die Funktion und das normale Erscheinungsbild wiedererlangen.

Warum das wichtig ist

  • Bedenken bezüglich venöser Thromboembolie, Lungenembolie, Peritonitis oder Infektion geben Anlass zu Oophorektomie.
  • Zunehmende Evidenz dafür, dass eine eierstockerhaltende Operation nicht zu vermehrten Komplikationen führt und daher eine vernünftige Option darstellt.

Studiendesign

  • Retrospektive populationsbasierte Beobachtungsstudie.
    • National Inpatient Sample 2001–2015, die > 90 % der gewichteten Population repräsentiert.
    • Frauen im Alter von 
  • Konservativer operativer Eingriff (Detorsion, eventuell mit Zystektomie, Zystendrainage oder Oophoropexie) vs. Oophorektomie.
  • Kein ovarielles oder tubares Malignom.
  • Keine externe Finanzierung der Studie.

Wesentliche Ergebnisse

  • Konservativer operativer Eingriff: n = 20.643 (23 %); Oophorektomie: n = 69.157 (77 %).
  • Konservativer operativer Eingriff.
    • Nur Detorsion: 11,4 %; Zystektomie: 77,9 %: Zystendrainage: 18,6 %; Oophoropexie: 0,5 %.
    • Operative Vorgehensweise: Laparoskopie, 51,2 %; Laparotomie, 41,7 %; unbekannt, 8,1 %.
  • Oophorektomie: Laparoskopie, 32,6 %; Laparotomie, 67,4 %.
  • Perioperative Komplikationen (Oophorektomie vs. konservativer operativer Eingriff).
    • Alle: 11,9 % vs. 8,3 % (OR: 0,67; 95 %-KI: 0,57–0,78; p 
    • Venöse Thromboembolie: 0,3 % vs. 0,2 % (p = 0,568) und
    • Sepsis: 0,3 % vs. 0,3 % (p = 0,865).
  • 75 % der jungen Frauen unterziehen sich immer noch einer Oophorektomie; 60 % unterziehen sich immer noch einer Laparotomie.

Einschränkungen

  • Potenziell falsche Klassifizierung.
  • Fehlende Variablen: intraoperative Ergebnisse, Zeit bis zum operativen Eingriff, Art des Chirurgen und Fertilitätswunsch.
  • Zeitpunkt der Komplikationen.
  • Keine Nachbeobachtung nach der Entlassung.