ASH 2022 – Remission und Überlebensvorteil mit Blinatumomab bei B-ALL

  • Univadis
  • Conference Report
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit neu diagnostizierter akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-ALL) ohne messbare minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Erstbehandlung führte die Anwendung von Blinatumomab zusätzlich zur Konsolidierungschemotherapie zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS).
  • Diese Konsolidierungstherapie stellt möglicherweise einen neuen Versorgungsstandard für diese Patientengruppe dar.

Warum das wichtig ist

  • Obwohl das Risiko eines Rückfalls bei MRD-negativen Patienten geringer ist als bei MRD-positiven Patienten, besteht ein Rückfallrisiko.
  • Blinatumomab, ein bispezifischer Antikörper, der mit dem Ziel entwickelt wurde, zytotoxische T-Zellen zu CD19-exprimierenden Krebszellen zu leiten, ist bereits für die refraktäre/rezidivierte B-ALL und die MRD-positive B-ALL bei Erwachsenen und Kindern zugelassen.

Studiendesign

  • In die ECOG-ACRIN-E1910-Studie wurden 488 Patienten (Alter: 30–70) mit neu diagnostizierter BCR-ABL-negativer B-ALL aufgenommen.
  • Patienten, die nach der Induktionschemotherapie eine Remission erreichten, erhielten eine Intensivierungschemotherapie, wurden auf ihren MRD-Status getestet (Cut-off für Positivität: ≥ 0,01 %), dann randomisiert (1 : 1) und erhielten 4 Zyklen Konsolidierungschemotherapie mit oder ohne (±) 4 Zyklen Blinatumomab.
  • Die Prüfärzte wollten zunächst sowohl MRD-positive als auch MRD-negative Patienten randomisieren, nach der FDA-Zulassung von Blinatumomab für MRD-positive Erkrankungen (März 2018) wurden jedoch MRD-positive Patienten dem Blinatumomab-Arm der Studie zugewiesen.
  • Nach Abschluss der Konsolidierungstherapie (Chemotherapie ± Blinatumomab) erhielten die Patienten eine Erhaltungschemotherapie. Die mediane Nachbeobachtung betrug zum Zeitpunkt der Analyse 43 Monate.

Wesentliche Ergebnisse

  • Unter den MRD-negativen Patienten (n = 224) wiesen die Patienten im Blinatumomab-Arm ein signifikant verbessertes Überleben auf, verglichen mit den Patienten im Standard-Behandlungsarm (medianes OS: nicht erreicht vs. 71,4 Monate; HR: 0,42 [95 %-KI: 0,24–0,75]; p = 0,003).
  • Nach 3,6 Jahren waren 83 % der Patienten im Blinatumomab-Arm am Leben, vs. 67 % im reinen Chemotherapie-Arm.
  • Mit Blinatumomab behandelte Patienten wiesen zudem ein signifikant verbessertes rezidivfreies Überleben (RFS) auf (medianes RFS: nicht erreicht vs. 22,4 Monate; HR: 0,46 [95 %-KI: 0,27–0,78]; p = 0,004).
  • Die Kombination wurde im Allgemeinen gut vertragen, ohne dass neue Sicherheitssignale berichtet wurden.

Finanzierung

  • National Cancer Institute, Amgen