ASCO-GU 2019—Enzalutamid + ADT verlängert radiografisches PFS bei mHSPC


  • Melissa Pandika
  • Univadis

Erkenntnis

  • Enzalutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) führte zu längerem radiografischem PFS (rPFS) als nur ADT bei Patienten mit einem metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC).

Warum das wichtig ist

  • Enzalutamid erweist sich bei metastasierten und nicht metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinomen als nützlich, doch seine Wirksamkeit zusammen mit ADT bei mHSPC war bisher unbekannt.
  • Diese Befunde deuten darauf hin, dass Enzalutamid + ADT eine potenzielle Therapie für mHSPC darstellt.

Studiendesign

  • Multinationale doppelblinde Phase-III-Studie ARCHES, für die 1.150 Patienten mit mHSPC nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis von 1:1 entweder Enzalutamid (160 mg/Tag) + ADT oder ein Placebo + ADT erhielten. Stratifiziert wurden sie nach Krankheitsvolumen und vorgängiger Docetaxel-Therapie, das Prüfpräparat wurde bis zur Progression einer Erkrankung bzw. bis zum Erreichen einer unzumutbaren Toxizität verabreicht.
  • Primärer Endpunkt: rPFS (an zentraler Stelle beurteilt / Tod innerhalb von 24 Wochen nach Absetzen der Behandlung).
  • Finanzierung: Astellas Pharma Inc. und Medivation LLC, ein Unternehmen von Pfizer.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mittlere Nachbeobachtung: 14,4 Monate.
  • Mittleres rPFS im Arm mit Enzalutamid + ADT nicht erreicht, im Arm mit Placebo + ADT betrug es 19,45 Monate (HR: 0,39; p < 0,0001).
    • HR-Wert zugunsten von Enzalutamid + ADT wies auf eine Senkung des rPFS-/Sterberisikos um 61 Prozent hin.
  • Verbesserungen des rPFS mit Enzalutamid + ADT in klinisch bedeutsamen Untergruppen beobachtet, darunter nach Krankheitsvolumen und vorgängiger Docetaxel-Therapie.
  • Objektive Ansprechrate von 83,1 Prozent im Arm mit Enzalutamid + ADT und 63,7 Prozent im Arm mit Placebo + ADT (p < 0,0001).

Einschränkungen

  • Mittlere Nachbeobachtung von 14,4 Monaten, wodurch sich die Zahlen ändern könnten.
  • OS-Daten waren unreif.
  • Es ist unklar, ob rPFS ein bedeutungsvoller Endpunkt ist (trotz Korrelation mit OS in der PREVAIL-Studie zu Enzalutamid).
  • Wirksamkeit nachfolgender Behandlungen ist unbekannt.
  • Kostenwirksamkeit ist unbekannt.