ASCO-GI 2020 – Ösophaguskarzinom: kein Überlebensvorteil durch erhöhte Bestrahlungsdosis


  • Pavankumar Kamat
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Erhöhung der Standarddosis in der Bestrahlungstherapie verbesserte nicht signifikant das Überleben bei Patienten mit Ösophaguskarzinom, die eine definitive Radiochemotherapie erhalten.

Warum das wichtig ist

  • Die derzeitige Standarddosis von etwa 50 Gy zur lokoregionalen Kontrolle beim Ösophaguskarzinom ist niedriger als die Dosis, die bei Malignomen von Larynx, Lunge, Blase und Zervix eingesetzt wird.
  • Eine frühere Studie zur Dosiseskalation, die eine hohe Dosis mit einer Standarddosis verglich, wurde vorzeitig beendet und die negativen Ergebnisse der Studie konnten nie klar nachvollzogen werden.

Studiendesign

  • Patienten mit Ösophaguskarzinom im Stadium T2-4, N0-3, M0, die für eine Operation ungeeignet waren (n=260), wurden randomisiert einer Standarddosis von 50,4 Gy oder einer hohen Dosis von 61,6 Gy zugeteilt.
  • Das Chemotherapie-Regime für beide Gruppen bestand aus 6 simultanen Zyklen Carboplatin und Paclitaxel.
  • Der primäre Endpunkt war lokales progressionsfreies Überleben (PFS). Sekundäre Endpunkte waren lokoregionales PFS, Gesamtüberleben (OS) und Toxizität.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Foundation KWF.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das lokale PFS nach 3 Jahren war 71% in der Standarddosis-Gruppe vs. 73% in der Hochdosis-Gruppe.
  • Das lokoregionale PFS nach 3 Jahren war 53% in der Standarddosis-Gruppe vs. 63% in der Hochdosis-Gruppe.
  • Das 3-Jahres-OS in der Standarddosis-Gruppe war 41%, in der Hochdosisgruppe 40%.
  • Die Gesamttoxizität Grad 4 und 5 war höher in der Hochdosis-Gruppe als in der Standarddosis-Gruppe (Grad 4: 13,6% vs. 10,8%; Grad 5: 8,5% vs. 5%).

Einschränkungen

  • Geringere Compliance-Rate in der Hochdosis-Gruppe.

Expertenkommentar

Dr. Sara Lonardi, MD, vom Institute of Oncology Veneto, Italien, sagte: "Aus theoretischer Sicht sollte eine Dosiserhöhung wirken und wir hätten positive Ergebnisse sehen sollen. Diese Studie verwendete modernere Bestrahlungstherapien und moderne Chemotherapie-Konzepte.“