ASCO-GI 2019—Durvalumab-Tremelimumab verlängert das OS bei refraktärem CRC


  • Melissa Pandika
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Durvalumab in Kombination mit Tremelimumab verlängerte in einer Phase-II-Studie an Patienten mit einem fortgeschrittenen refraktären kolorektalen Karzinom (rCRC) das OS um 2,5 Monate gegenüber der besten unterstützenden Therapiemaßnahme (BSC).

Warum das wichtig ist

  • Bisher hatten sich Immun-Checkpoint-Inhibitoren mit Ausnahme von Tumoren mit defekten Mismatch-Reparaturproteinen (dMMR) bei Patienten mit rCRC nicht als wirksam erwiesen.

Studiendesign

  • Phase-II-Studie CO.26 der Canadian Cancer Clinical Trials Group (CCCTG) an 179 Patienten mit einem fortgeschrittenen CRC, das gegenüber allen verfügbaren Therapien refraktär ist, im Verhältnis von 2:1 nach dem Zufallsprinzip wie folgt aufgeteilt:
    • Durvalumab (1500 mg alle 28 Tage bis zur Progression der Erkrankung) plus Tremelimumab (75 mg alle 28 Tage, aber nur während der ersten 4 Zyklen) sowie BSC.
    • Nur BSC.
  • Es wurden keine Patienten aufgenommen, bei denen man von einem Tumor mit dMMR wusste.
  • Primärer Endpunkt war das OS, wobei ein zweiseitiger p-Wert von

Wesentliche Ergebnisse

  • Die mittlere Nachbeobachtung dauerte 15,2 Monate.
  • Das mittlere OS lag bei 6,6 Monaten mit Durvalumab, Tremelimumab und BSC, aber nur bei 4,1 Monaten mit BSC (p = 0,07).
  • Die Krankheitskontrollrate lag bei 22,7 Prozent mit Durvalumab, Tremelimumab und BSC, aber nur bei 6,6 Prozent mit BSC (p = 0,006).
  • Dennoch ergab sich keine Wirkung auf das PFS (Mittelwerte: 1,8 bzw. 1,9 Monate; p = 0,97).
  • Erheblich weniger Verschlechterungen der körperlichen Funktionsfähigkeit gemäß QLQ-C30 der EORTC mit Durvalumab, Tremelimumab und BSC als nur mit BSC nach 16 Wochen.
  • Unerwünschte Ereignisse traten mit Durvalumab, Tremelimumab und BSC häufiger auf.

Einschränkungen

  • Nicht verblindet, nicht placebokontrolliert.
  • Studiendesign mit einem Alpha von 0,1 und daher mit einer Möglichkeit von 10 Prozent für falsch positive Risiken.
  • Zusätzliche Nachbeobachtung im Arm mit der untersuchten Behandlung.
  • Nicht übereinstimmende Wirksamkeitsergebnisse.
  • Bestätigung des dMMR-Status läuft noch. 

Expertenkommentar

  • „Statistisch ist dies eine positive Studie. Es gibt meiner Meinung nach jedoch auch viele Vorbehalte ... Bevor diese Daten irgendwo in die klinische Praxis einbezogen werden, müssten wir diese Befunde im Wesentlichen unmissverständlich bestätigt haben, damit wir ihnen trauen können“, sagte Dr. med. Michael J. Overman, Professor für gastrointestinale Onkologie am MD Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston, der nicht an der Studie beteiligt war.