ASCO-Empfehlungen zum Management von Brustkrebs bei Männern

  • Journal of Clinical Oncology

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) berief ein Expertengremium ein, um Empfehlungen zum optimalen Management von invasivem Brustkrebs bei Männern zur Verfügung zu stellen. Evaluiert wurden sowohl die adjuvante endokrine Therapie, die Anwendung einer endokrinen Therapie bei fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen, gezielte Therapien, das Management behandlungsbedingter Nebenwirkungen, Gentests und die Überwachung nach einer Brustkrebs-Behandlung.

Hintergrund

Brustkrebs ist bei Männern eine seltene Krankheit, die

Ein Expertengremium wurde nun von der ASCO einberufen, um, basierend auf einer systematischen Überprüfung der medizinischen Literatur,  Leitlinien zum Management von invasivem Brustkrebs bei Männern zu entwickeln.

 

ASCO-Leitlinien zur Behandlung von invasivem Brustkrebs bei Männern

 

Folgende Empfehlungen wurden vom ASCO-Expertengremium herausgegeben:

Empfehlung 1.1.

Männern mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs, die Kandidaten für eine adjuvante endokrine Therapie sind, sollte Tamoxifen angeboten werden.

Empfehlung 1.2.

Männern mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs, die Kandidaten für eine adjuvante endokrine Therapie sind, aber eine Kontraindikation für Tamoxifen haben, können ein Gonadotropin-freisetzender Hormonagonist / -antagonist und ein Aromatasehemmer angeboten werden.

Empfehlung 2.1.

Männer, die mit einer adjuvanten endokrinen Therapie behandelt werden, sollten zunächst fünf Jahre lang behandelt werden.

Empfehlung 2.2.

Männern, die eine fünf-jährige Tamoxifen-Behandlung abgeschlossen haben, eine Therapie toleriert und dennoch ein hohes Rezidivrisiko haben, kann eine weitere fünfjährige Tamoxifen-Therapie angeboten werden.

Empfehlung 3.

Männer mit Brustkrebs im Frühstadium sollten nicht mit knochenmodifizierenden Mitteln behandelt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Sie könnten diese Mittel jedoch erhalten, um Osteoporose zu verhindern oder zu behandeln.

Empfehlung 4.1.

Männern mit fortgeschrittenem oder metastasiertem, hormonrezeptorpositivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2) -negativem Brustkrebs sollte eine endokrine Therapie als Erstlinientherapie angeboten werden, außer in Fällen einer viszeralen Krise oder einer schnell fortschreitenden Erkrankung. Zu den Optionen gehören Tamoxifen, ein Aromatasehemmer mit einem Gonadotropin-freisetzenden Hormon und Fulvestrant. Cyclin-abhängige Kinase-4/6-Inhibitoren können bei Männern wie bei Frauen angewendet werden.

Empfehlung 4.2.

Männern, die während einer adjuvanten endokrinen Therapie einen rezidivierenden metastasierten, hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Brustkrebs entwickeln, sollte eine alternative endokrine Therapie angeboten werden, außer in Fällen einer viszeralen Krise oder einer schnell fortschreitenden Erkrankung.

Empfehlung 4.3.

Die endokrine Therapie bei Männern mit fortgeschrittenem oder metastasiertem, hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Brustkrebs kann wie bei Frauen sequenziert werden.

Empfehlung 5.

Eine gezielte Therapie, die von HER2, dem Programmed cell death 1 ligand 1 (PD-L1), PIK3CA und dem BRCA-Mutationsstatus der Keimbahn geleitet wird, kann bei der Behandlung von Männern mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs unter Verwendung der gleichen Indikationen und Kombinationen angewendet werden, die Frauen angeboten werden.

Empfehlung 6.1.

Das Management der endokrinen Therapietoxizität ähnelt dem Ansatz für Frauen.

Empfehlung 6.2.

Eine Testosteron / Androgen-Supplementierung sollte bei Männern mit Brustkrebs nicht angewendet werden.

Empfehlung 7.

Ärzte sollten Patienten über die Symptome eines Wiederauftretens beraten, einschließlich neuer Knoten, Knochenschmerzen, Brustschmerzen, Atemnot, Bauchschmerzen oder anhaltenden Kopfschmerzen. Das Risiko eines erneuten Auftretens von Brustkrebs besteht bis 15 Jahre nach der Erstbehandlung und darüber hinaus. Die kontinuierliche Versorgung von Brustkrebspatienten wird empfohlen und sollte von einem Arzt durchgeführt werden, der Erfahrung in der Überwachung von Krebspatientinnen und in der Brustuntersuchung einschließlich der Untersuchung bestrahlter Brüste hat.

Empfehlung 8.

Eine ipsilaterale jährliche Mammographie sollte Männern mit Brustkrebs angeboten werden, die mit Lumpektomie behandelt wurden, sofern dies technisch machbar ist. Dies sollte unabhängig von der genetischen Veranlagung passieren.

Empfehlung 9.1.

Die kontralaterale jährliche Mammographie kann Männern mit Brustkrebs bei genetisch prädisponierenden Mutation, angeboten werden.

Empfehlung 9.2.

Die Brustspinresonanztomographie wird bei Männern mit Brustkrebs routinemäßig empfohlen.

Empfehlung 10.

Männlichen Brustkrebspatienten sollte eine genetische Beratung und Gentests auf Keimbahnmutationen angeboten werden.

 

Finanzierung: ASCO