ASCO 2019 — Venetoclax plus Obinutuzumab verlängern als Mittel der ersten Wahl das PFS bei CLL


  • David Reilly
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Ein Behandlungsplan mit Venetoclax und Obinutuzumab (VenG) als Mittel der ersten Wahl während einer festen Behandlungsdauer von 12 Monaten ergab hohe und dauerhafte Raten minimaler Resterkrankung (MRD), was sich in einem signifikanten Vorteil in Bezug auf das PFS gegenüber Chlorambucil-Obinutuzumab (ClbG) bei älteren Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und Komorbiditäten niederschlägt.

Warum das wichtig ist

  • Viele Patienten in dieser Situation sind in fortgeschrittenem Alter, leiden an Komorbiditäten und sind möglicherweise für eine intensive Chemotherapie nicht geeignet.

Studiendesign

  • Phase-III-Studie CLL-14 zur Untersuchung einer festen Behandlungsdauer mit VenG (n = 216) im Vergleich zu ClbG (n = 216) bei nicht vorbehandelten Patienten mit CLL und Komorbiditäten.
  • Das mediane Alter der Patienten in der VenG-Gruppe lag bei 72 Jahren und in der ClbG-Gruppe bei 71 Jahren.
  • Finanzierung: AbbVie; Genentech.

Wesentliche Ergebnisse

  • Ansprechen:
    • 88 % objektive Ansprechrate (ORR) mit VenG gegenüber 71 % mit ClbG (p 
    • VenG: 50 % komplettes Ansprechen (CR); 35 % partielles Ansprechen (PR).
    • ClbG: 23 % CR; 48 % PR.
  • MRD-Negativität 3 Monate nach Abschluss der Behandlung:
    • Im peripheren Blut (PB):
      • Negativ (−4): 76 % mit VenG gegenüber 35 % mit ClbG (p 
    • Im Knochenmark (KM):
      • Negativ (−4): 57 % mit VenG gegenüber 17 % mit ClbG (p 
  • MRD-Negativität 12 Monate nach der Therapie: 81 % mit VenG gegenüber 27 % mit ClbG.
    • MRD-Konversion: HR: 0,19; 95 %-KI: 0,12–0,30 (mediane Zeit ohne Behandlung: 19 Monate).
  • Nach einer medianen 29-monatigen Nachbeobachtung wurde VenG gegenüber ClbG mit einem signifikant längeren PFS assoziiert (HR: 0,35; p 

    Einschränkungen

    • Die Vergleichsgruppe entspricht möglicherweise nur einer begrenzten Untergruppe gebrechlicher Patienten.

    Expertenkommentar

    • Dr. med. Matthew S. Davids, stellvertretender Leiter des CLL Center am Dana-Farber Cancer Institute und Assistenzprofessor für Medizin an der Harvard Medical School in Boston (Massachusetts, USA), bezeichnete CLL-14 als „unmittelbar die Praxis verändernde Studie“, obwohl er auch hinterfragte, ob die feste Behandlungsdauer von 12 Monaten bei allen Patienten angewendet oder an der MRD bzw. an genetischen Markern ausgerichtet werden sollte.