ASCO 2019 — Nasopharynxkarzinom: Gemcitabin + Cisplatin mit anschließender Radiochemotherapie verzögert Auftreten eines Rezidivs


  • David Reilly
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit einem zuvor unbehandelten, nicht metastasierenden Nasopharynxkarzinom (NPC) im Stadium III–IVB erwies sich eine Induktionschemotherapie (IC) mit Gemcitabin und Cisplatin (GP) sowie eine daran anschließende begleitende Radiochemotherapie (IC + RCT) als verträglich und verbesserte das rezidivfreie Überleben (RFS) im Vergleich zu einer RCT allein wesentlich.

Warum das wichtig ist

  • Dieses Behandlungsschema zeigte bereits eine beeindruckende Wirksamkeit bei einem rezidivierenden metastatischen NPC.

Studiendesign

  • Primäre Analyse einer Studie der Phase III zum Vergleich von IC + RCT (n = 242) mit RCT (n = 238) bei 480 Patienten mit einem zuvor unbehandelten, nicht metastasierenden, aber lokoregionär fortgeschrittenen NPC im Stadium III–IVB.
  • RFS wurde als lokoregionäres/fernmetastatisches Rezidiv und/oder Tod definiert.
  • Finanzierung: Qilu Pharmaceutical.

Wesentliche Ergebnisse

  • In der Gruppe mit IC + RCT fingen 239 Patienten, von denen 2,1 % während ≥ 2 Zyklen begleitend Cisplatin erhielten, mit der GP-IC an.
  • 85,3 % mit RFS nach 3 Jahren bei IC + RCT gegenüber 76,5 % mit RCT (stratifizierte HR: 0,51; 95 %-KI: 0,34–0,77; p = 0,001).
  • 91,1 % mit fernmetastasenfreiem RFS nach 3 Jahren bei IC + RCT gegenüber 84,4 % mit RCT (stratifizierte HR: 0,43; 95 %-KI: 0,25–0,73).
  • 94,6 % mit OS nach 3 Jahren bei IC + RCT gegenüber 90,3 % mit RCT (stratifizierte HR: 0,43; 95 %-KI: 0,24–0,77).
  • 76 % der Patienten unter IC + RCT sowie 56 % der Patienten unter RCT erlitten unerwünschte Ereignisse mit Schweregrad 3–4; die Inzidenz von myelotoxischen Ereignissen und gastrointestinalen Toxizitäten war mit IC + RCT erheblich höher.
  • Geringere Inzidenz von späten Toxizitäten mit Schweregrad 3–4 mit IC + RCT (9 %) als mit RCT (11 %) trotz höherer kumulativer Cisplatin-Dosis.

Einschränkung

  • Patienten mit einer Erkrankung im Stadium T3–4 ohne Lymphknotenbeteiligung wurden ausgeschlossen.

Expertenkommentar

  • „Eine Frage, die in der heutigen Diskussion unklar ist, ist die, dass es sich hierbei um Intensivbehandlungen handelt, egal, ob die Medikamente vorher oder nachher verabreicht werden – wen sollten wir also auswählen? Welche Patienten weisen ein sehr hohes Risiko auf?“, fragte Dr. med. A. Dimitrios Colevas vom Stanford Cancer Institute in Kalifornien, der nicht an der Studie beteiligt war.