ASCO 2019 — Expertenkommentar: Wichtigste Erkenntnisse zu Brustkrebs


  • Debra Gordon
  • Oncology Conference reports
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Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus einem Interview vor Ort mit Dr. med. Sara A. Hurvitz, Leiterin des Breast Cancer Clinical Research Program am Jonsson Comprehensive Cancer Center der University of California, Los Angeles, das die wichtigsten Erkenntnisse zu Brustkrebs aus der ASCO 2019 hervorhebt.

  • „Die größte Erkenntnis ist eine Verschmelzung mehrerer Arbeiten zur hormonrezeptor-positiven HER2-negativen fortgeschrittenen Erkrankung. Mindestens zwei randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studien zu metastasierenden Karzinomen wurden für jeden der drei CDK4/6-Hemmer veröffentlicht und präsentiert. Alle zeigten eine ähnliche, äußerst signifikante Verbesserungen beim [PFS] mit [HR] innerhalb ähnlicher Bereiche. Doch keine zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung beim [OS] auf (bis zu den Ergebnissen der Studie MONALEESA-7, die [OS]-Vorteile bei prämenopausalen Frauen bei der Anwendung von Ribociclib aufweist).“
  • „Unterm Strich bleibt: Wenn wir einen Patienten (mit metastasierender Erkrankung) vor uns haben, sollte unser Vorgehen ein CDK4/6-Inhibitor plus endokrine Therapie sein, fast unabhängig davon, wo die Erkrankung lokalisiert ist oder ob sie symptomatisch ist oder nicht. Dies ist wichtig, weil ich glaube, dass viele Ärzte immer noch das Gefühl haben, dass bei Patienten mit einer schweren Krankheitslast oder wenn die Leber betroffen ist, die stärkere Therapie angewendet werden sollte. Das Vorhandensein von Toxizität und die Stärke der Nebenwirkungen stimmen nicht mit der Wirksamkeit überein. Und jetzt haben wir wirklich gute Daten, die durchweg zeigen, dass wir dies hormonell und unter Anwendung der CDK4/6-Inhibitoren anvisieren sollten.“
  • „In den USA sind alle 3 verfügbar und die Entscheidung bleibt dem Arzt und dem Patienten überlassen. Doch in vielen Teilen der Welt besteht aufgrund der fehlenden Überlebensvorteile kein Zugang zu diesen Medikamenten. Diese Daten können dazu beitragen, weltweit Zugang zu dieser Medikamentenklasse zu erhalten, insbesondere zu Ribociclib.“
  • „Das zweite, was wir bezüglich der HER2-positiven Erkrankung von der Konferenz mit nach Hause nehmen, ist, dass wir … uns einen Schritt hin zu einem besseren Verständnis davon bewegen, wie man das Ansprechen auf TDM-1-Therapien vorhersagt. Es wurden eine Menge Daten in Bezug darauf präsentiert, welche Patienten am wahrscheinlichsten vollständig auf die TDM-1-basierte Therapie ansprechen. Diese Patienten benötigen wirklich eine Standard-Chemotherapie, die nicht nur für die HER2-überexprimierenden Zellen ausgewählt wird. Es läuft wahrscheinlich auf den Grad der HER2-Expression in den Krebszellen hinaus, was natürlich jede Menge Sinn macht.“
  • „Dies ist eine Geschichte, die sich weiterentwickelt, doch das Gute ist, dass sie verspricht, dass wir in Zukunft vielleicht Patienten identifizieren können, die keine Vollgas-Chemotherapie mit all den Nebenwirkungen benötigen, sondern ein weniger intensives, aber dennoch hoch wirksames Regime erhalten können.“