ASCO 2019 — Expertenkommentar: Laparoskopischer Eingriff bei CRC-Lebermetastasen am besten geeignet


  • Debra Gordon
  • Oncology Conference reports
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Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus einem Vor-Ort-Interview mit Åsmund Avdem Fretland, MD, einem Chirurgen am Interventionszentrum und der Abteilung für HPB-Chirurgie am Universitätsklinikum Oslo, Norwegen. Er berichtet über seine Studie, die zeigte, dass bei laparoskopischen Leberoperationen von Lebermetastasen bei kolorektalem Karzinom ähnliche Ergebnisse wie bei offenen Leberoperationen und eine signifikant niedrigere 30-Tage-Komplikationsrate erreicht werden.

  • „Die Leber war eines der Organe, das für laparoskopische Eingriffe unerreichbar schien, da die Leber von den Rippen verdeckt und sehr gut befestigt ist. Sie dient außerdem als Filter für das Blut, deshalb muss die Blutung kontrolliert und sehr sorgfältig auf die Anatomie geachtet werden. Man muss wissen, ob durch den Bereich, in dem geschnitten wird, ein großes Gefäß verläuft. Andernfalls kommt es zu Problemen.“
  • „Eine sehr wichtige Erkenntnis, die aus dieser Forschung hervorgeht, ist die, dass unsere Gruppe vor Beginn dieser Studie umfangreiche Erfahrungen mit laparoskopischen Eingriffen gesammelt hatte. Viele Chirurgen sind hervorragende Operateure, haben jedoch den Übergang zu laparoskopischen Eingriffen noch nicht vollzogen. Die meisten benötigen ganz schön viel Schulung, insbesondere um bei einem laparoskopischen Eingriff an der Leber dasselbe Ergebnis zu erreichen wie bei einem offenen operativen Eingriff. Wir erwarten, dass die nächste Chirurgengeneration kompetenter sein wird.“
  • „Wenn Sie in der laparoskopischen Leberchirurgie ausgebildet sind, sollten Sie von nun an keine Scheu mehr haben, einen solchen Eingriff vorzunehmen. Es bestand die Befürchtung, dass die onkologischen Ergebnisse nicht so gut wie bei einem offenen operativen Eingriff wären, aber jetzt wissen wir, dass die Ergebnisse und das Überleben gleich sind.“
  • „Ein weiterer Vorteil ist, dass viele dieser Patienten wahrscheinlich zusätzliche operative Eingriffe benötigen, wenn der Tumor erneut auftritt. Es ist einfacher, eine zweite und eine dritte Operation durchzuführen, wenn die erste laparoskopisch durchgeführt wurde. Das liegt daran, dass es weniger Verwachsungen und weniger Verletzungen an der Bauchdecke gibt.“