ASCO 2019 — Acalabrutinib plus Obinutuzumab führt zu hohem Ansprechen bei CLL


  • David Reilly
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Acalabrutinib plus Obinutuzumab wies bei Patienten mit nicht vorbehandelter oder rezidivierender/refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) nach dreijähriger Nachbeobachtung ein hohes Ansprechen mit minimalen unerwünschten Ereignissen (UE) mit Schweregrad 3–4 auf.

Warum das wichtig ist

  • Eine Monotherapie mit Acalabrutinib hat bei CLL bereits nachweislich zu einer objektiven Ansprechrate (ORR) von > 93 % geführt.

Studiendesign

  • Dreijährige Nachbeobachtung zu einer Studie der Phase Ib/II zur Untersuchung von Acalabrutinib plus Obinutuzumab bei nicht vorbehandelter (n = 19) und rezidivierender/refraktärer (n = 26) CLL.
  • Medianes Alter der Patienten: 61 Jahre (Bereich: 42–76).
  • 53 % der nicht vorbehandelten Patienten und 50 % jener mit einer rezidivierenden/refraktären Erkrankung hatten eine „bulky disease“.
  • Finanzierung: Acerta Pharma.

Wesentliche Ergebnisse

  • Ansprechen:
    • Nicht vorbehandelte Gruppe: 95 % ORR; 31,6 % komplettes Ansprechen (CR) und 63,2 partielles Ansprechen (PR).
    • Rezidivierende/refraktäre Gruppe: 92 % ORR; 7,7 % CR und 84,6 % PR.
  • PFS:
    • Nicht vorbehandelte Gruppe nach 39 Monaten: 94,4 % (95 %-KI: 66,6–99,2).
    • Rezidivierende/refraktäre Gruppe nach 42 Monaten: 72,7 % (95 %-KI: 43,8–88,4).
  • Minimale Resterkrankung (MRD) im Knochenmark:
    • Nicht vorbehandelte Gruppe: 26 %.
    • Rezidivierende/refraktäre Gruppe: 15 %.
  • MRD-Negativität im peripheren Blut war dauerhaft.
  • Inzidenz unerwünschter Ereignisse mit Schweregrad 3–4 war minimal; die Abbruchrate betrug 2 %. 

Einschränkungen

  • Knochenmarkbiopsien wurden nur zur Bestätigung eines CR bei Patienten mit MRD-Negativität im peripheren Blut vorgenommen, sodass einige Fälle von CR daher möglicherweise als PR eingestuft wurden.  

Expertenkommentar

  • Dr. med. Matthew S. Davids, stellvertretender Leiter des CLL Center am Dana-Farber Cancer Institute und Assistenzprofessor für Medizin an der Harvard Medical School in Boston (Massachusetts, USA), merkte an, dass das vorgestellte Behandlungsschema mit Acalabrutinib eine kontinuierliche Therapie erfordert, um das Ansprechen aufrechtzuerhalten, und erwähnte eine Studie, an der er beteiligt ist und die herauszufinden versucht, ob die Beigabe von Venetoclax ein Behandlungsschema mit fester Therapiedauer ermöglichen kann.