ASCO 2018 Expertenkommentar: Neuer Versorgungsstandard für ER-positiven Brustkrebs im Frühstadium? (ABCSG-18)

  • 16.07.2018

  • Oncology news
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Dr. Neil Vasan, MD ist Chief Fellow der Medical Oncology für Breast Medicine Service am Memorial Sloan Kettering Cancer Center.

  • „Es gibt viele spannende Entwicklungen auf der diesjährigen ASCO 2018 im Bereich Brustkrebs und ich würde gerne auf eine der Studien eingehen, von der ich glaube, dass sie die Praxis ändern wird.
  • „Die Studie, die ich hervorheben möchte, wird für Brustkrebsonkologen wie für Primärversorgungseinrichtungen von Bedeutung sein, und das war eine Studie, die Denosumab als adjuvante Therapie untersuchte. Es handelte sich um eine große klinische Studie, die von einer österreichischen Gruppe, der ABCSG-18, durchgeführt und am Montag von Dr. Gnant vorgestellt wurde. In dieser Studie wurde der Nutzen von adjuvanten Denosumab untersucht, einem RANK-Liganden-Inhibitor, der alle 6 Monate an Patientinnen unter einer Aromataseinhibitortherapie verabreicht wurde. Der primäre Endpunkt dieser Studie war der Rückgang von kürzlich erfolgten Frakturen, und die Studie erreichte ihren primären Endpunkt.
  • „Aber das wirklich Faszinierende ist, dass die Frauen, die das adjuvante Denosumab erhalten hatten, auch länger lebten, und dass die Ergebnisse, die heute vorgestellt wurden, ein Update der Analyse zum krankheitsfreien Überleben war, die bestätigte, dass Frauen, die diesen knochenschonenden Wirkstoff erhielten, einen Nutzen daraus zogen. Das ist für uns Brustkrebs-Onkologen wichtig, da wir ihn sehr wahrscheinlich Frauen mit ER-positivem Brustkrebs im Frühstadium als Versorgungsstandard anbieten werden.
  • „Aber der Grund, warum das außerdem auch wichtig für Vertreter der Primärversorgung ist, ist, dass die Primärversorger diese Frauen in einem ambulanten Setting antreffen werden und da ist es wichtig, zu wissen, dass, wenn Frauen eine Dentalversorgung benötigen, wie Zahnentfernung oder invasive Zahnchirurgie, dass die Frauen ihre Primärversorger darüber informieren, dass sie eine Behandlung mit dem Wirkstoff Denosumab erhalten, der vermehrt zu gestörter Wundheilung bei diesen Patientinnen führen kann.
  • „Was zudem für Primärversorger wichtig zu wissen ist, ist, dass keine der Frauen in der Studie die gefürchtete Nebenwirkung, die sogenannte Osteonekrose im Kiefer entwickelte, bei der es um eine sehr schlechte Wundheilung des Kiefers geht und die eine wirklich gefürchtete Nebenwirkung der Arzneimittel aus dieser Klasse ist.“

Weitere Informationen hierzu können auf der ASCO-Website gefunden werden, unter ASCO.org.