ASCO 2018 Expertenkommentar: Echte Alternative für Pankreaskrebs? (Prodige 24)

  • 16.07.2018

  • Oncology news
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Dr. Christopher Lieu, MD ist Leiter der Gastrointestinal Medical Oncology und stellvertretender Direktor für klinische Forschung an der University of Colorado School of Medicine in der Abteilung Medical Oncology.

  • „Es gibt viele spannende Entwicklungen auf der diesjährigen ASCO. Im Bereich GI-Tumoren möchte ich kurz 2 Entwicklungen aus dem mündlichen Vortrag zu gastrointestinalen, nichtkolorektalen Krebserkrankungen hervorheben, über die jeder Bescheid wissen sollte. Hier handelte es sich zwar nicht um ein umfassende Review, aber diese 2 würde ich gerne hervorheben.
  • „Das erste Abstract behandelte eine Studie mit dem Titel Prodige 24 oder CCTG PA.6, einer multizentrischen, internationalen randomisierten Phase-III-Studie zum adjuvanten modifizierten FOLFIRINOX vs. Gemcitabin bei Patienten mit resezierten duktalen Adenokarzinom des Pankreas. In dieser Studie wurden 493 Patienten mit operativ entferntem Adenokarzinom des Pankreas per Zufallsverfahren für den Erhalt entweder von FOLFIRINOX oder nur Gemcitabin zugewiesen.
  • „Das mediane krankheitsfreie Überleben lag bei 21,6 Monaten in FOLFIRINOX-Arm und bei 12,8 Monaten im Gemcitabin-Arm, mit einer Differenz im Gesamtüberleben von 54,4 Monaten im FOLFIRINOX-Arm vs. 34,8 Monaten im Gemcitabin-Arm. Mit 75,5 % wurden mehr unerwünschte Ereignisse im FOLFIRINOX-Arm als im Gemcitabin-Arm, 51,5 % angegeben.
  • „Diese Studie stellt Daten vor, in denen FOLFIRINOX signifikant das krankheitsfreie Überleben und Gesamtüberleben in dem adjuvanten Setting für Pankreaskrebs verbessert. Das Widersprüchliche an dieser Studie ist, dass der aktuelle Versorgungsstandard in der adjuvanten Behandlung von Adenokarzinom des Pankreas Gemcitabin mit Capecitabin ist, basierend auf den Daten von ESPAC-4. Andererseits sind das die höchsten Gesamtüberlebensraten, die wir jemals bei reseziertem Pankreaskrebs gesehen haben, und FOLFIRINOX kann somit als optionaler Versorgungsstandard betrachtet werden.
  • „Das zweite Abstract geht um eine Studie zu Ramucirumab, einem Angiogenese-Inhibitor, für Patienten mit metastatischem hepatozellulärem Karzinom, die vorher Sorafenib erhalten hatten. In dieser Studie hatten alle Patienten zur Baseline einen AFP von mehr als 400 ng/ml. Die Patienten wurden dann per Zufallsverfahren für den Erhalt entweder von Ramucirumab in einem Zweitliniensetting oder Placebo zugewiesen.
  • „Die Patienten, die Ramucirumab erhielten, wiesen ein verbessertes Gesamtüberleben von 8,5 vs. 7,3 Monaten auf und hatten ein besseres progressionsfreies Überleben von 2,8 vs. 1,6 Monaten. Diese Studie erfüllte ihren primären Endpunkt und zeigte einen Überlebensvorteil bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom und einem hohen AFP, die vorher Sorafenib erhalten hatten. Was wir von diesem Abstract mitnehmen ist, dass es hier eine andere Zweitlinientherapieoption für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom geben könnte.“

Weitere Informationen zu diesen beiden Abstracts können auf der ASCO-Website gefunden werden, unter  ASCO.org.