Ärztlicher Bereitschaftsdienst gewinnt an Bekanntheit

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Berlin (pag) – Mehr Menschen kennen und nutzen den ärztlichen Bereitschaftsdienst – das ist ein Ergebnis der Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sorgen bereitet Patienten vor allem fehlendes Personal in den Gesundheitsberufen.

 

Die Aufklärungskampagne „116117 – Die Nummer mit den Elfen“, welche die KBV im Herbst 2019 ins Leben gerufen hat, trägt offenbar erste Früchte. Nachdem in der Versichertenbefragung im Vorjahr 37 Prozent der Befragten angaben, die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zu kennen, waren es in diesem Jahr zum Zeitpunkt der Befragung Mitte März bereits 45 Prozent. Mit der Bekanntheit steigt laut Umfrageergebnis auch die Inanspruchnahme. 30 Prozent der Befragten wenden sich demnach an den Bereitschaftsdienst, wenn sie nachts oder am Wochenende ärztliche Hilfe benötigen (Vorjahr: 26 Prozent). Für die meisten Versicherten (35 Prozent) bleibt weiterhin das Krankenhaus die erste Wahl. Bewährt habe sich die 116117 auch während der zurückliegenden Krisen-Monate, findet KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen, der die Nummer als „die Corona-Hotline“ bezeichnet.

Neben dem ärztlichen Bereitschaftsdienst fragte die KBV die Versicherten auch nach den größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren. Am meisten beschäftigt die Menschen demnach der Personalmangel. 14 Prozent sehen im Ärztemangel die größte Herausforderung, zwölf Prozent stellen das Fehlen von Pflegekräften an die erste Stelle. Das Thema Wartezeiten hinkt mit drei Prozent deutlich hinterher. Von Ungerechtigkeiten bei der Terminvergabe wollen die KBV-Chefs nichts wissen: Dass Privatversicherte bevorzugt würden, bezeichnet Gassen als „Märchen“, laut Umfrage haben sich die Wartezeiten von Privat- und gesetzlich Versicherten mittlerweile nahezu angeglichen. Bestätigt fühlt sich die KBV auch in ihrer Sicht aufs Thema Digitalisierung, das ebenfalls nur drei Prozent der Befragten als größte Herausforderung ausmachten: Digitalisierung sei lediglich „ein Nice-to-have und kein Allheilmittel“, meint Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister. „Das sehen die Patienten offenbar genauso wie wir.“