Arztkontakt und Internetrecherche sind untrennbar

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Berlin (pag) – Das Projekt „OriGes“ des Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) unter Leitung der Medizinethikerin Prof. Christiane Woopen hat untersucht, wie sich Nutzer im Internet über Gesundheitsthemen informieren. Mit einer entwickelten Orientierungshilfe soll die Einordnung verschiedener Angebote besser gelingen.

 

„Der Kontakt mit Ärzten ist untrennbar verknüpft mit der Gesundheitsinformationensuche im Internet“ sagt Dr. Dr. Saskia Jünger, die am Projekt beteiligt ist. Viele Nutzer hätten ambivalente Gefühle: Einerseits wünschen sie sich mehr Zeit mit dem Arzt, andererseits überfordere sie der Wunsch nach Autonomie und Zweitmeinung. Der Einstieg in die Suche erfolge fast ausschließlich über Google – Suchanlässe seien beispielsweise Symptome, Diagnosen, Zweifel oder Neugier.

 

Mit dem OriGes-Projekt wollten die Forscher herausfinden, wie sich Jugendliche und Erwachsene im Internet über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten informieren, wie sie die gefundenen Informationen bewerten und wie sie bei der Suche und Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen unterstützt werden können. In Gruppendiskussionen wurde das Suchverhalten erforscht. Es hätte große Unterschiede in den Gruppendiskussionen gegeben, was etwa die Kompetenz anbelange, zu Gesundheitsinformationen zu gelangen, sagt Jünger. Eine große Hürde sei die Problematik der Suchbegriffe – manche Seiten benutzen Schlagwörter, die den Nutzern nicht bekannt sind. „Es gibt eine ganz grundsätzliche Verunsicherung in Bezug auf Gesundheitsinformationen“, weiß die Forscherin. Lesern würde es schwerfallen einzuschätzen, was vertrauenswürdig ist und was nicht und auch die Bewertung der Gesundheitsinformationen sei für die Forscher nicht leicht gewesen. Sie resümiert: „Es muss eine Pluralität von Formaten geben, die eine gleichbleibend hohe Qualität haben – das haben wir bei den Beobachtungsstudien und Gruppendiskussionen gesehen“ und fügt hinzu: „One size fits for all geht nicht.“

 

Die Webseiten gesund-im-netz.net und klick2health.net für Jugendliche werden im Rahmen des Projektes entwickelt, um Angebote zu Gesundheitsinformationen zu kategorisieren und Nutzern Orientierung zu bieten. Noch sind diese nicht frei zugänglich.