ART und Frakturrisiko: keine Assoziation mit Exposition gegenüber TDF oder PI

  • Costagliola D & al.
  • J Acquir Immune Defic Syndr
  • 29.10.2018

  • aus Emily Willingham, PhD
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Für HIV-infizierte Patienten, die Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) oder Proteaseinhibitoren (PI) anwenden, besteht kein erhöhtes Frakturrisiko.

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit HIV weisen eine geringere Knochenmineraldichte und ein erhöhtes Frakturrisiko auf; die Auswirkung antiretroviraler Therapien (ART) auf das Frakturrisiko ist jedoch umstritten.
  • Laut diesen Autoren haben die Befunde „wichtige Auswirkungen auf die Debatte bezüglich Tenofoviralafenamid im Vergleich zu generischem TDF“.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mit Anpassung bezüglich Alter, BMI usw. wurde keine Verknüpfung zwischen TDF und dem Frakturrisiko aufgezeigt: OR für kumulative Exposition: 1,04 (95 %-KI: 0,86–1,27)
  • Die PI wiesen ebenfalls keine Assoziation auf: OR: 1,02 (0,92–1,12)
  • Das Risiko war ebenfalls nicht mit nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren verknüpft.
  • Ungeachtet des Expositionsmodells und des Einschlusses chronischer Nierenkrankheiten blieb das Ergebnis unverändert.
  • In den Empfindlichkeitsanalysen hielt die Assoziation mancher Modelle von Efavirenz mit einem verringerten Risiko und von Atazanavir mit einem erhöhten Risiko nicht stand.

Studiendesign

  • 254 Fälle von osteoporotischen Frakturen wurden mit 376 Kontrollfällen abgeglichen.
  • 49 % waren gegenüber TDF exponiert; 82 % gegenüber PI.
  • Alle waren während ihrer Aufnahme in die Studie noch nicht mit einer ART vorbehandelt worden.
  • Finanzierung: France Recherche Nord & Sud Sida-hiv Hépatites; Agence Nationale de Sécurité du médicament et des produits de santé.

Einschränkungen

  • Fälle wiesen einen geringeren BMI und einen höheren Alkoholkonsum auf.
  • Bei mehr als einem Drittel fehlten Informationen zur Familienanamnese bezüglich Hüftfrakturen.