ART-Medikamente erhöhen das Risiko einer zerebralen Vaskulitis der kleinen Gefäße bei HIV nicht


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernaussagen

  • Ziel dieser Fall-Kontroll-Studie war es, zu untersuchen, ob die Exposition gegenüber antiretroviralen Medikamenten bei mit HIV infizierten Personen mittleren Alters im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mit einem höheren Risiko einer zerebralen Vaskulitis der kleinen Gefäße (CSVD) assoziiert sein könnte.
  • Nach einer Bereinigung um herkömmliche sowie HIV-spezifische kardiovaskuläre Risikofaktoren ergab die Analyse keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung von ART-Medikamenten auf das CSVD-Risiko von HIV-Infizierten in mittlerem Alter, doch weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich.

Frühere Studien hatten nach einer Bereinigung um klassische kardiovaskuläre Risikofaktoren ergeben, dass das CSVD-Risiko bei HIV-Infizierten zweimal höher ist als bei HIV-negativen Kontrollpersonen. Der Grund dafür ist unbekannt, weshalb die Verfasser im Rahmen dieser Studie untersuchten, ob die Kategorie antiretroviraler Medikamente ein Risikofaktor für CSVD und die damit assoziierten Folgen wie kognitive Beeinträchtigungen, Schlaganfälle, Gebrechlichkeit und kürzere Überlebensdauer bei älteren Personen sein könnte.

In die Fall-Kontroll-Studie MicroBREAK-2 wurden zwischen 2014 und 2017 HIV-Infizierte im Alter von ≥ 50 Jahren (Medianalter: 57,6 Jahre; 85,7 % Männer) mit einer seit ≥ 1 Jahr durch cART unterdrückten Virämie aufgenommen.

77 HIV-Infizierte mit einer radiologisch definierten CSVD (Fälle) wurden in Bezug auf Alter (± 5 Jahre), Geschlecht und Jahr der HIV-Diagnose (± 5 Jahre) mit 77 CSVD-freien HIV-Infizierten (Kontrollpersonen) abgestimmt. Das mediane Jahr der HIV-Diagnose war 1992.

Die Exposition gegenüber ART-Medikamenten wurde als kumulative Anwendungsdauer in Jahren definiert, bei Integrase-Inhibitoren jedoch wurde eine Exposition einfacher definiert („Ja“ oder „Nein“).

Multivariable Analysen wurden um Hypertonie, den CD4-Tiefstwert, den aktuellen CD4/CD8-Quotienten und die HIV-Übertragungsgruppe bereinigt.

Das erhöhte CSVD-Risiko konnte nicht mit einer Exposition gegenüber ART-Medikamenten assoziiert werden: Dies gilt für nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (bereinigtes Odds-Ratio [aOR]: 1,00), nicht nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (aOR: 0,94), Protease-Inhibitoren (aOR: 0,96) und/oder eine Exposition gegenüber Integrase-Inhibitoren (aOR: 0,55).

Einschränkungen: Die Größe der untersuchten Stichprobe ist relativ klein, und zu wenige Fälle wiesen eine Exposition gegenüber Integrase-Inhibitoren auf, weshalb die kumulative Exposition nicht beurteilt wurde.