Aromatase-Inhibitoren als präventiver Wirkstoff, um das Bruskrebsrisiko zu senken

  • JAMA
  • 05.09.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

  • Die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) hat Aromatase-Imhibitoren in die Liste von Wirkstoffen aufgenommen, die bei Frauen nach der Menopause das Brustkrebsrisiko senken können.

  • Tamoxifen ist der einzige Wirkstoff, der zudem für Frauen vor der Menopause indiziert ist.


Hintergrund

Brustkrebs ist in den Industrieländern weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Schätzungen gehen davon aus, dass eine von acht Frauen irgendwann in ihrem Leben Brustkrebs entwickelt. Die USPSTF hat 2013 Empfehlungen für die Reduzierung des Brustkrebsrisikos gegeben und nun ein Update dazu veröffentlicht.

 

Hauptaussagen

  • Alle Wirkstoffe auf der Liste zeigen zumindest einen moderaten Nutzen.

    • Aromatase-Inhibitoren verringern die Inzidenz von invasivem Brustkrebs um 16 Fälle pro 1000 Frauen über einen Zeitraum von fünf Jahren.

    • Tamoxifen und Raloxifen reduzierten das Risiko um 7 beziehungsweise 9 Fälle pro 1000 Frauen über einen Zeitraum von fünf Jahren.

  • Aromatase-Inhibitoren führen zu geringen bis moderaten Nebenwirkungen. Dazu zählen Hitzewallungen, muskuloskeletale Schmerzen, gastrointestinale Symptome. Möglich sind außerdem Schlaganfälle und  Frakturen.

  • Für Raloxifen und Tamoxifen werden andere Nebenwirkungen beschrieben, die ebenfalls als gering bis moderat bezeichnet werden.

  • Die neue USPSTF-Empfehlung gibt keine Grenze an, ab der das Risiko für Brustkrebs als erhöht gilt. Bei Frauen, deren Risiko , in den nächsten fünf Jahren an Brustkrebs zu erkranken, ≥3% beträgt, überwiegt aber wahrscheinlich der Nutzen die möglichen Nebenwirkungen.

  • Die USPSTF-Empfehlung wird durch eine detaillierte Evidenzsynthese ergänzt.

 

Klinische Bedeutung

  • Ein Entwurf der USPSTF, erschienen im Januar 2019, beinhaltete ebenfalls die Einführung von Aromatase-Inhibitoren zur Brustkrebsprävention, beschränkte die Anwendung jedoch nicht auf postmenopausale Frauen. Tamoxifen wurde zu diesem Zeitpunkt auch nicht als das einzige Medikament für Frauen vor der Menopause empfohlen.

  • Die USPSTF gibt keine Empfehlung, welcher Wirkstoff (Aromatase-Inhibitoren, Raloxifen oder Tamoxifen) bei Frauen nach der Menopause bevorzugt werden sollte.