Apothekenreform: Ärzte haben Bedenken

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Berlin (pag) – Medikationsanalyse und Medikationsmanagement: Jein, Impfen in Apotheken: Nein. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschland (SpiFa) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nehmen anlässlich einer Fachanhörung im Bundesgesundheitsministerium Stellung zum geplanten Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken.

Wenn Apotheker gegen Influenza impfen dürfen, sei das ein „Paradigmenwechsel, den wir ablehnen“, betont SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Die Substitution ärztlicher Leistungen sei kontraproduktiv, sie erschwere das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten, weil klare Zuständigkeiten verschwimmen würden. Die KBV glaubt nicht, dass diese geplante Neuregelung die Versorgung verbessert, „vielmehr besteht die Gefahr, dass damit eine Gefährdung des Patientenwohls verbunden ist“. Sie schlägt eine gesetzliche Regelung vor: Vertragsärzte dürfen den Grippeimpfstoff ohne Regressbedrohung in ausreichender Menge vorbestellen und verordnen. Gleichzeitig müsse eine Neuregelung den Impfstoffherstellern genügend Planungssicherheit geben, sodass Lieferengpässe zukünftig möglichst vermieden werden können. Ein Gesetzgebungsvorschlag dazu ist Teil der KBV-Stellungnahme. Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) meint, dass das Impfrecht grundsätzlich in der Verantwortung der Ärzte liegen müsse, stellt sich aber nicht gegen die Pläne des BMG, dass in Modellregionen auch Apotheker impfen dürfen.

Die KBV begrüßt zwar eine Einbindung der Apotheker in Medikationsanalyse und Medikationsmanagement, sagt aber, dass die die Mehrzahl dieser Aufgaben ärztliche Expertise und Kenntnisse voraussetze, „über die der Apotheker nicht verfügt“. Der BAH wünscht sich ferner, dass auch für „Versicherte außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung“ die Preisbindung gelten müsse.