Apomorphin-Infusionen können Off-Zeiten bei Parkinson um fast zwei Stunden verkürzen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die sogenannte TOLEDO-Studie ist die erste randomisierte, doppel-blinde und Placebo-kontrollierte Studie, in der die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit subkutaner Apomorphin-Infusionen bei Parkinson-Patienten nachgewiesen wurde, deren Fluktuationen trotz optimaler oraler oder transdermaler Medikamente nicht mehr ausreichend kontrolliert werden können.

Hintergrund

Offene Studien haben ergeben, dass der Dopamin-Agonist Apomorphin beim fortgeschrittenen Parkinson-Syndrom die Off-Zeit und Dyskinesien verringern kann, wenn er als Dauerinfusion verabreicht wird. Diese Studie sollte eine Lücke schließen und die Wirksamkeit mit einem doppelblinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Design bestätigen und quantifizieren.

Design

Eingeschlossen wurden 106 Patienten, die seit mindestens 3 Jahren an Parkinson erkrankt waren und deren motorische Fluktuationen durch ihre Medikation nicht mehr adäquat kontrolliert wurden. Sie erhielten über 12 Wochen tagsüber 16 Stunden lang 3 – 8 mg/h Apomorphin oder Placebo als Infusion. Der primäre Endpunkt war die absolute Veränderung der täglichen Off-Zeit, bestimmt anhand von Tagebüchern der Patienten. Auf die doppelblinde Phase folgte eine einjährige, offene Verlängerung, deren Ergebnisse aber hier noch nicht berichtet werden.

Hauptergebnisse

  • Apomorphin-Infusionen in einer mittleren finalen Dosis von 4,68 mg/h verringerten die Off-Zeiten um durchschnittlich 2,47 Stunden / Tag. Unter Placebo waren es 0,58 Stunden / Tag. Für die Differenz von – 1,89 Stunden / Tag wurden ein 95%-Konfidenzintervall von – 3,16 bis – 0,62 berechnet (p=0,0025).
  • Apomorphin wurde gut vertragen und es gab keine unerwarteten Nebenwirkungen. Unter den 53 Patienten in dieser Gruppe verließen jedoch 6 die Studie wegen behandlungsbedingten Nebenwirkungen.

Klinische Bedeutung

Die Verkürzung der Off-Zeiten um durchschnittlich annähernd 2 Stunden pro Tag ist nicht nur statistisch signifikant, sondern auch aus klinischer Sicht bedeutsam. Erstaunlich ist, dass es seit der Zulassung des Präparates im Jahr 1993 bis heute gedauert hat, den Nutzen auch in einer randomisierten und Placebo-kontrollierten Studie nachzuweisen.

Finanzierung: Britannia Pharmaceuticals.