Apatinib plus Etoposid ermöglichen Behandlung daheim beim Platin-resistenten Ovarialkarzinom


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In einer Phase 2-Studie wurde erstmals die Kombinationstherapie aus einem VEGF-Rezeptor 2-Inhibitor (Apatinib) und Etoposid bei Patientinnen mit Ovarialkarzinomen erprobt. Die Wirksamkeit war vielversprechend und die Toxizität handhabbar, sodass diese Therapie eine „häusliche Alternative“ bei Platin-resistenten und -refraktorischen Ovarialkarzinomen darstellen könnte.

Hintergrund

Der Eierstockkrebs ist mit jährlich etwa 8000 Neuerkrankungen der dritthäufigste gynäkologische Tumor in Deutschland, und er hat unter diesen die höchste Mortalität. Nach der operativen Tumorverkleinerung bzw. Entfernung erfolgt eine Platin-haltige Chemotherapie. Scheitert diese, so könnte eine zusätzliche, gegen die Angiogenese gerichtete Therapie das Resultat verbessern. Der orale Tyrosinkinase-Inhibitor Apatinib ist eine der Substanzen, die dafür in Frage kommt, und er könnte – in Kombination mit oralem Etoposid – eine Behandlung in häuslicher Umgebung ermöglichen.

Design

Prospektive Studie der Phase 2 mit nur einem Behandlungsarm, an der am Sun Yat-sen University Cancer Center (China) 35 Patientinnen zwischen 18 und 70 Jahren mit einem Platin-resistentem oder Platin-refraktorischen Ovarialkarzinom teilgenommen haben. Sie erhielten durchgehend 500 mg Apatinib täglich, sowie orales Etoposid in einer Dosis von 50 mg an Tag 1 – 14 während maximal 6, jeweils dreiwöchigen, Zyklen. Behandelt wurde bis zur Krankheitsprogression, Studienabbruch oder inakzeptablen Nebenwirkungen. Primärer Endpunkt war das objektive Ansprechen gemäß der Response Evaluation Criteria in Solid Tumors Version 1.1.

Hauptergebnisse

  • Bis zum Abschluss der Datenerhebung waren 20 (57 %) der Patientinnen aus der Studie ausgeschieden, die anderen 15 (43 %) wurden weiterbehandelt.
  • Die objektive Ansprechrate in der Intention-to-treat Population war 54 % (19 Patientinnen) und 61 % in der Per-Protokol-Population. 29 von 31 Patientinnen, für die mindestens eine Evaluation stattfand, zeigten Anzeichen für eine Tumorschrumpfung.
  • Das mediane, progressionsfreie Überleben betrug 8,1 Monate.
  • Als häufigste Nebenwirkungen der Schweregrade 3 und 4 traten auf: Neutropenie (50 %), Fatigue (32 %), Anämie (29 %), und Mukositis (24 %). Eine Patientin musste wegen Anämie und Anorexie in die Klinik eingeliefert werden, eine weitere wegen Aszitis infolge der Krankheitsprogression.

Klinische Bedeutung

Die rein orale Therapie für Frauen mit einem Platin-resistenten oder Platin-refraktorischen Ovarialkarzinom zeigt nach Einschätzung der Autoren eine vielversprechende Wirksamkeit und eine handhabbare Toxizität. Der Kommentator Charlie Gourley (Edinburgh) verweist auf Ansprechraten in diesem Setting zwischen 0 und 30 % mit typischen zytotoxischen Agentien, und von 27 % für Etoposid. Aber nicht nur die Ansprechraten in der aktuellen Studie, sondern auch die häusliche Umgebung anstelle eines Krankenhausbettes bzw. einer ambulanten Behandlung sprechen dafür, den neuen Ansatz in einer Studie der Phase 3 weiter zu evaluieren.

Finanzierung: Keine.