Aortenklappen-Ersatz per Katheter für alle Patienten Methode der Wahl?

  • Journal of the American College of Cardiology

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Katheter-gestützte Implantation einer Aortenklappe (TAVR: Transcatheter aortic valve replacement) ist einer Metaanalyse zufolge möglicherweise auch bei Patienten mit niedrigem Operationsrisiko die Therapie der ersten Wahl: Bei den Parametern Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität nach einem Jahr schnitt die TAVR besser ab als der herkömmliche chirurgische Klappen-Ersatz. 

Hintergrund

Die Katheter-gestützte Implantation einer Aortenklappe bei Patienten mit Aortenklappenstenose hat sich in den vergangenen Jahren zunächst als die Therapie der Wahl für Patienten mit hohem Operationsrisiko etabliert. Inzwischen ist sie auch bei mittlerem Risiko die bevorzugte Methode. Bei Patienten mit geringem Risiko hat sie, gestützt durch mehrere Studien-Daten, begonnen, die chirurgische Therapie als Methode der Wahl zu verdrängen. Allerdings gibt es noch Bedarf an weiteren Studien zu dieser Patienten-Population.

Design

Metaanalyse von vier randomisierten und kontrollierten Studien mit knapp 2900 Niedrig-Risiko-Patienten (STS-PROM-Score 2,3%; Society of Thoracic Surgeons Predicted Risk of Mortality). Bei 1497 wurde die neue Aortenklappe per Katheter implantiert, bei 1390 Patienten operativ. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalitätsrate nach einem Jahr. 

Hauptergebnisse

  • Gesamtmortalitätsrate: 2,1 Prozent, in der TAVR-Gruppe, 3,5 Prozent in der Op-Gruppe; dies entspricht einer relativen Risikoreduktion um 39 Prozent (RR: 0,61; 95% CI: 0,39 - 0,96; p = 0,03). Das Ergebnis war statistisch nicht signifikant, möglicherweise aufgrund einer zu geringen statistischen „Power“ der Studie.
  • Kardiovaskuläre Mortalitätsrate: 1,6% TAVR) versus 2,9%;(Op); relative Risikoreduktion: 45 Prozent (RR: 0,55; 95% CI: 0,33 - 0,90; p = 0,02).
  • Die Katheter-gestützte Therapie schnitt außerdem bei Sicherheits-Parametern wie Vorhofflimmern und lebensbedrohliche Blutungen besser ab als die konventionelle Operation. Nach TAVR musste jedoch häufiger ein permanenter Schrittmacher implantiert werden Außerdem gab es beiTAVR-Patienten öfter paravalvuläre Lecks.

Klinische Bedeutung

Die Metaanalyse spricht dafür, die Katheter-gestützte Therapie auch bei Niedrig-Risiko-Patienten als Therapie der ersten Wahl in Betracht zu ziehen. Was noch fehlt, sind klinische Langzeit-Daten sowie Befunde zur Haltbarkeit der per Katheter-System implantierten Klappen.

Finanzierung: keine Angaben