Antidepressiva-Nichtresponder könnten von der zusätzlichen Gabe des Antipsychotikums Aripiprazol profitieren


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die zusätzliche Gabe von Aripiprazol erhöht bei therapierefraktären depressiven Patienten die Ansprechrate geringfügig besser als die zusätzliche Gabe von Bupropion.

Hauptergebnisse
  • Gemessen auf der 16 Punkte umfassenen, ärztlich bewerteten Quick Inventory of Depressive Symptomatology-Skala (QIDS-C16) wurde mit dem Wechsel zu Bupropion eine Remissionsrate von 22,3 % erzielt, für die zusätzliche Gabe von Bupropion 26,9 % und für die zusätzliche Gabe von Aripiprazol 28,9 %.
  • Signifikant (P=0,02) war lediglich der Unterschied zwischen zusätzlicher Gabe von Apripiprazol und Wechsel zu Bupropion.
  • Die Ansprechrate war unter Aripiprazol mit 74,3 % am höchsten, gefolgt von zusätzlichem Bupropion (65,6 %) und Wechsel zu Bupropion (62,4).
  • Unter Bupropion traten vermehrt Angststörungen auf, unter Aripiprazol Schläfrigkeit, Unruhe und Gewichtszunahme.

Design
  • Multizentrische, randomisierte Vergleichsstudie von 36 Wochen Dauer mit 3 Armen.
  • Eingeschlossen wurden 1522 Patienten, die mit einer Depression diagnostiziert waren und auf mindestens ein Antidepressivum nicht angesprochen hatten.
  • Jeweils ein Drittel der Studienteilnehmer wurde auf Bupropion umgestellt, erhielt Bupropion zusätzlich zur Basismedikation oder erhielt das atypische Antipsychotikum Aripiprazol zusätzlich zur Basismedikation.
  • Primäres Studienziel war eine Remission während der 12-wöchigen Akutbehandlung, definiert als QIDS-C16 < 5 bei zwei aufeinander folgenden Besuchen.
  • Sekundäre Studienziele waren Ansprechen auf die Therapie, definiert als mindestens eine Halbierung des QIDS-C16, sowie Rückfälle und Nebenwirkungen.

Klinische Bedeutung

Weniger als ein Drittel aller schwer depressiven Patienten erreichen mit ihrem ersten Antidepressivum eine Remission. In dieser Studie hat man versucht, die Frage nach der besten Strategie für diesen Fall zu ermitteln. Dabei erhöhte die zusätzliche Gabe des atypischen Antipsychotikums Aripiprazol über einen Zeitraum von 12 Wochen den Anteil der Remissionen geringfügig, aber signifikant stärker als ein Wechsel zu dem Antidepressivum Bupropion. Angesichts der Vielzahl weiterer denkbarer Alternativen und des kurzen Studienzeitraumes braucht es weitere Untersuchungen, um verlässliche Empfehlungen zu gewinnen.