Antibiotika-Toleranz verringert die Fähigkeit, Resistenzen unter Kombinationstherapien zu verhindern

  • Liu J, et al.
  • Science
  • 10.01.2020

  • von Priscilla Lynch
  • Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Antibiotika-Toleranz kann die Entwicklung von Resistenzen fördern, auch unter Kombinationstherapien, die weit verbreitet sind, um solche Resistenzen zu verhindern. Dies zeigt eine neue Studie in „Science“.

Die Forscher untersuchten MRSA-Isolate aus dem Blut von Patienten, die wegen persistierender MRSA im Blut eine Kombinationstherapie erhalten hatten. Dabei stellten sie eine rasche Toleranz-Entwicklung in Bakterien-Populationen fest, nach der trotz einer Antibiotika-Kombinationstherapie Resistenzen auftraten.

Laut den Autoren gingen die Vorteile von Wirkstoffkombinationen verloren, sobald sich Toleranz für nur ein Antibiotikum entwickelt hatte. Experimente mit verschiedenen Klassen von Antibiotika (einschließlich Vancomycin, Rifampicin und Daptomycin) ergaben ähnliche Ergebnisse.

Die Entwicklung von Kombinationstherapien, die Toleranz oder Persistenz berücksichtigen, kann nach Angaben der Autoren besonders für die Therapie der Tuberkulose relevant sein, bei der Toleranz als Hauptüberlebensfaktor der Erreger angesehen wird und die Prävention von neuen Resistenzen für die Patienten von entscheidender Bedeutung ist. Und:  "Die Allgemeingültigkeit des Mechanismus, mit dem Toleranz die Resistenz fördert, legt nahe, dass er nicht nur für die Neuentwicklung der Resistenz durch Mutationen relevant ist, sondern auch für andere Mechanismen der Resistenzentstehung, etwa den horizontalen Gentransfer".