Antibiotika sind einer Studie zufolge mit einem erhöhten Risiko für amyotrophe Lateralsklerose verbunden


  • Priscilla Lynch
  • Medical News
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Antibiotika erhöhen möglicherweise das Risiko für amyotrophe Lateralsklerose (ALS), lässt eine neue, im „European Journal of Neurology“ veröffentlichte Studie vermuten, in der eine Assoziation zwischen einer hohen Antibiotika-Verordnungszahl und einem erhöhten ALS-Risiko festgestellt wurde.

Die Forscher führten eine spezielle Fall-Kontroll-Studie (nested case) durch, in der die Abgabe von Antibiotika an insgesamt 2484 schwedische ALS-Patienten vor der Diagnose der neurologischen Erkrankung untersucht wurde. Zur Kontroll-Gruppe zählten 12.420 gesunde, den ALS-Patienten angepasste Personen. Die Daten stammen aus den Jahren 2006 bis 2013.

Nach Berücksichtigung einer möglichen Verzögerung der ALS-Diagnose durch Ausschluss aller Antibiotika-Verordnungen im Jahr vor der Diagnose ergab sich für jeden Antibiotika-Einsatz eine Assoziation mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer ALS.

Die Werte für die Odds ratio (95% CI) betrugen 1,06 (0,94-1,19), 1,13 (1,00-1,28) und 1,18 (1,03-1,35) bei Vergleich von einer Verordnung, zwei bis drei und mindestens vier Verordnungen mit gar keiner Verordnung (P für einen Trend = 0,0069).

Bei Antibiotika gegen Infektionen der Atem- und Harnwege sowie der Haut und Weichteile wurden ähnliche Beobachtungen gemacht.

Bei den unterschiedlichen Antibiotika, die untersucht wurden, wurde nur beim betalaktamase-empfindlichen Penicillin eine statistisch signifikante Assoziation festgestellt, insbesondere bei mehr als zwei Verordnungen (OR=1,28, 95% CI: 1,10-1,50).

Die Studien-Autoren sind überzeugt, dass ihre Studie die erste populations-basierte Studie sei, in der ein Zusammenhang zwischen Antibiotika und einem Risiko für die Entwicklung einer ALS festgestellt worden sei. Die Autoren betonen allerdings, dass weitere Studien erforderlich seien, bevor ein Kausalzusammenhang postuliert werden könne.