Anteil der Impfbefürworter in Deutschland nimmt zu


  • Andrea Hertlein
  • Smalltalk
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Kernbotschaft

Der Anteil der Impfbefürworter an der Gesamtbevölkerung in Deutschland steigt. Dies belegen die neuen Daten der bundesweiten Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Während sich im Jahr 2012 lediglich 61 Prozent der Befragten befürwortend oder eher befürwortend zu Impfungen aussprachen, waren es im Jahr 2018 bereits 77 Prozent. 17 Prozent der Befragten haben laut aktueller Umfrage teilweise Vorbehalte und sechs Prozent lehnen eine Impfung ab.

Dass immer mehr Menschen in Deutschland Impfungen positiv gegenüberstehen, ist eine erfreuliche Entwicklung. Denn Impfungen sind der bestmögliche Schutz vor ansteckenden Infektionskrankheiten“, betont BzgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss. Alle zwei Jahre untersucht die Fachbehörde die Einstellung der deutschen Bevölkerung zu diesem Thema. Für die aktuelle Befragung wurden im Zeitraum Juli bis September 2018 bundesweit 5.054 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren befragt.

Gründe für oder gegen eine Impfung

Häufigster Anlass für die Inanspruchnahme einer Impfung war der Rat oder Hinweis einer anderen Person, in der Regel eines Arztes, so die Umfrage-Ergebnisse. Bei jüngeren Menschen seien auch Familienangehörige entscheidende Ratgeber. Berufliche Gründe waren für gut ein Drittel, eine Reise für knapp die Hälfte Anlass, sich impfen zu lassen.

Etwas mehr als ein Viertel der Befragten hat in den letzten Jahren eine oder mehrere anstehende Impfungen nicht durchführen lassen. Am häufigsten deshalb, weil Impftermine verpasst oder vergessen wurden, weil der Verlauf der Krankheit, gegen die geimpft werden sollte, als nicht besonders schwer eingeschätzt wurde oder aber aus Angst vor Nebenwirkungen der Impfung. Impfkritische Medienberichte bewegten 23 Prozent dazu, auf die Immunisierung zu verzichten. Den hohen Zeitaufwand für den Arztbesuch nannte jeder Fünfte.

Eltern stehen Impfungen grundsätzlich positiv gegenüber

Was die separate Befragung von Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 13 Jahren (1.060 Personen) im Rahmen der BZgA-Studie betrifft, erachtet die überwiegende Mehrheit Impfungen als wichtig: 80 Prozent stehen diesen grundsätzlich positiv gegenüber. Im Vergleich zu 2016 sank der Wert allerdings um 5 Prozentpunkte. Dies betrifft vor allem die Masernimpfung: Gaben 2016 noch 95 Prozent der Eltern an, ihr Kind solle in jedem Fall den Masernschutz erhalten, waren es 2018 nur noch 90 Prozent. Des weiteren gaben laut Umfrage 14 Prozent der Eltern an, dass ihre Einstellung gegenüber Impfungen teils befürwortend, teils ablehnend ist, und fünf Prozent haben eine ablehnende Haltung.

„Unsere Studiendaten belegen aber auch Wissenslücken – so sind die Impfempfehlungen gegen Masern im Erwachsenenalter in der Gruppe der nach 1970 Geborenen nur 28 Prozent der Befragten bekannt“, mahnt Thaiss. Hier gelte es, diese Personen zukünftig verstärkt und gezielt zu informieren. Den BZgA-Studiendaten zufolge kommt nach wie vor der Ärzteschaft die Schlüsselrolle bei der Aufklärung zu gesundheitsrelevanten Themen zu: Das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin ist für nahezu alle befragten Personen (97 Prozent) die bevorzugte Informationsquelle für Impfungen. Eine große Mehrheit der Befragten findet es ebenfalls (sehr) gut, durch ein Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft (90 Prozent) oder über Informationsbroschüren und Faltblätter (74 Prozent) informiert zu werden. Thaiss Fazit: „Wir werden unsere qualitätsgesicherten Informationsangebote dahingehend spezifisch weiterentwickeln.“