Anspruch auf Medikationsplan gilt auch für ASV-Patienten


  • Presseagentur Gesundheit (pag)
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Berlin (pag) – Patienten in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) haben Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. Ziel des Medikationsplans ist es, Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Arzneimittel zu unterstützen. 

In der vertragsärztlichen Versorgung sei dazu bereits im Oktober 2016 der bundeseinheitliche Medikationsplan eingeführt worden. Dieser Plan solle jetzt ebenfalls in der ASV zum Einsatz kommen. Dies habe der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festgelegt und die ASV-Richtlinie entsprechend ergänzt.

Damit werde sichergestellt, dass Patienten nicht zwei unterschiedliche Medikationspläne erhalten, egal ob sie in der vertragsärztlichen Versorgung oder in der ASV behandelt werden.

Um Medikationspläne elektronisch zu erstellen und zu aktualisieren, benötigten Praxen ein Medikationsplan-Modul im Praxisverwaltungssystem (PVS), einen Barcode-Scanner und einen Drucker, um den erstellten oder aktualisierten Plan für den Patienten auszudrucken. Sollten bei einem ASV-Team die technischen Voraussetzungen nicht gegeben sein, habe der G-BA geregelt, dass das ASV-Team den Patienten über die Notwendigkeit eines Medikationsplans aufklärt und wenn der Patient einwilligt, den behandelnden Vertragsarzt darüber informiert.

Für die Erstellung oder Aktualisierung des Medikationsplans wird in der ASV vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte honoriert, bis es für sie eine ASV-spezifische Regelung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) gibt. 

Zudem habe der G-BA die Videosprechstunde und das Telekonsil für die Anlage 1.1 „Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen“ und die Anlage 2 „Seltene Erkrankungen und Erkrankungszustände mit entsprechend geringen Fallzahlen“ in die ASV-Richtlinie aufgenommen. Hier gelten die gleichen Vorgaben wie für Vertragsärzte. Telekonsiliarische Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen und CT-Aufnahmen (Telekonsil) in der ASV sollen bei Vorliegen von bestimmten, besonders komplexen medizinischen Fragestellungen einen schnellen fachlichen Austausch gewährleisten.