Angina pectoris: MRT-Perfusionsanalyse eine gleichwertige Option zur FFR-Bestimmung

  • New England Journal of Medicine

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei Patienten mit stabiler Angina pectoris und Risikofaktoren für eine koronare Gefäßkrankheit geht die kernspintomografische Perfusionsanalyse des Myokards mit weniger koronaren Revaskularisierungs-Eingriffen einher als die Messung der koronaren Flussreserve (FFR) bei der Koronarangiografie. Zudem traten nach MRT-gestützter Versorgung nicht mehr schwere kardiale Ereignisse auf. 

Hintergrund

Um bei Patienten mit stabiler Angina pectoris die Indikation zur Revaskularisierung zu klären, kann eine Perfusionsanalyse des Myokards mittels MRT oder eine Bestimmung der koronaren Flussreserve bei der Angiografie durchgeführt werden. Ob die MRT-gestützte Strategie der angiografischen gleichwertig ist hinsichtlich klinischer Endpunkte, ist bislang nicht ausreichend klar gewesen.

Design

Nicht-verblindete Multizenter-Studie mit 918 Patienten, die an stabiler Angina pectoris (Grad CCS II oder III) litten und entweder mindestens zwei kardiovaskuläre Risikofaktoren hatten oder einen positiven Ergometer-Belastungstest. Eine Revaskularisierung wurde in der MRT-Gruppe bei einer myokardialen Ischämie von wenigstens 6% empfohlen, in der Angiografie-Gruppe bei einer Flussreserve von maximal 0,8. Der primäre klinische Endpunkt setzte sich zusammen aus Tod, nicht-tödlichem Herzinfarkt oder Revaskularisierung innerhalb von einem Jahr. Due Studie war hierbei angelegt auf den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit der MRT-gestützten Strategie.

Hauptergebnisse

  • Bei 184 der 454 Patienten (40,5%) in der MRT-Gruppe und 213 der 464 Patienten (45,9%) in der Angiografie-FFR-Gruppe waren die Kriterien für eine Revaskularisierung erfüllt.
  • In der MRT-Gruppe wurde allerdings bei prozentual weniger Patienten tatsächlich eine Revaskularisierung innerhalb des vorher definierten Zeitraums vorgenommen (35,7 versus 45,0 Prozent, p = 0,005).
  • Ein primäres Endpunkt-Ereignis gab es in der MRT-.Gruppe bei 3,6 Prozent der Patienten, in der Angiografie-FFR-Gruppe bei 3,7 Prozent. Der Nachweis der Nicht-Unterlegenheit der MRT-gestützten Therapie war damit erbracht. 
  • Beim Anteil der Angina-freien Patienten nach 12 Monaten gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (49,2% in der MRT-Gruppe und 43,8% in der FFR-Gruppe, p = 0,21).

Klinische Bedeutung

Die Studie zeigt, dass die MRT-gestützte Strategie der konventionellen angiografischen mit FFR-Bestimmung gleichwertig ist und somit eine Alternative darstellt, wenn es um die Abklärung der Indikation zur koronaren Revaskularisierung geht. Ein Manko der Studie ist, wie die Autoren selbst erläutern, das Fehlen einer dritten Gruppe von Patienten mit rein konservativer Therapie. Das alte Problem - invasive Revaskularisierung versus optimale medizinische Therapie (Stichwort COURAGE-Studie) — wird derzeit in der laufenden Studie ISCHEMIA untersucht.

Finanzierung: Guy’s and St. Thomas’ Biomedical Research Centre des National Institute for Health Research (UK) und andere