AMD-Therapie nach Bedarf: Ranibizumab und Aflibercept sind nach einem Jahr gleichwertig


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

In einer „treat-and-extent“-Studie zur altersabhängigen feuchten Form der Makuladegeneration erweisen sich die beiden zugelassenen VEGF-Antagonisten im ersten Jahr als gleichwertig be Wirkung und Zahl der verabreichten Injektionen.

Hintergrund

Antagonisten des Vascular Endothelial Growth Factors (VEGF) können das Sehvermögen bei einem Teil der Patienten mit der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration verbessern. Hier wurden nach Wissen der Autoren erstmals die visuellen Ergebnisse und die Injektionsmengen der beiden zugelassenen Präparate Ranibizumab und Aflibercept beim „treat and extent“-Therapieschema untersucht, das darauf abzielt, die Injektionsintervalle nach Möglichkeit ohne Wirkungseinbußen zu verlängern bzw. die Therapie zu beenden.

Design

Präsentiert wird die geplante Interimsanalyse zweier prädefinierter sekundärer Endpunkte einer randomisierten klinischen Studie (RIVAL), an der in Australien 281 Patienten mit einer Mindestsehschärfe von 23 (Snellen) teilgenommen hatten. Sie hatten jeweils drei Injektionen in monatlichen Abständen bekommen, worauf sich dann die „treat-and-extent“-Phase anschloss.

Hauptergebnisse

  • Die Patienten waren durchschnittlich 77,7 Jahre alt und hatten eine Sehschärfe von 65,3 (Ranibizumab) bzw, 65,1 Snellen-Äquivalenten (20/50). Die ersten 12 Monate der Studie absolvierten 90,1 bzw. 88,3 % der Teilnehmer in den beiden Gruppen.
  • Die durchschnittliche Veränderung der bestkorrigierten Sehschärfe betrug am Ende des Jahres unter Ranibizumab 7,2 Buchstaben (95%-Konfidenzintervall 5,5 – 8,9), und unter Aflibercept 4,9 Buchstaben (95%-KI 3,1 – 6,6). Diese Differenz war mit p = 0,06 nicht signifikant.
  • In beiden Gruppen erhielten die Patienten im Mittel jeweils 9,7 Injektionen.

Klinische Bedeutung

Mangels signifikanten Unterschiedes in den beiden Gruppen schlussfolgern die Autoren, dass nach einem Jahr keine der beiden Substanzen bezüglich Wirksamkeit oder Injektionsbedarf bei einem treat-and-extent“-Therapieschema überlegen ist. Ob das auch am Ende der auf 2 Jahre angelegten Studie so bleibt, wird sich zeigen.

Finanzierung: Novartis Pharmaceuticals Australia Pty Ltd.