Alzheimer-Krankheit: Antiepileptika-Anwendung mit Pneumonierisiko im Zusammenhang


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
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Die Einnahme von Antiepileptika (AE) könnte das Risiko für Pneumonie bei Personen mit Alzheimer-Krankheit (AK) erhöhen, besagt eine neue Forschungsarbeit im Journal of Alzheimer's Disease

In der Studie wurden Daten des MEDALZ-Datensatzes untersucht, der alle gemeindeansässigen Personen umfasst, die in Finnland zwischen 2005 und 2011 eine klinisch gesicherte AK-Diagnose erhielten. Es wurden Daten von 5.769 Personen, die eine AE-Behandlung begannen, eingeschlossen und mit einer passenden Kohorte von Nichtanwendern verglichen. 

Dabei stellte sich heraus, dass die Anwendung von AE mit einem fast doppelt so hohen Risiko für Pneumonie assoziiert war (angepasste Hazard-Ratio [HR]: 1,92; 95 %-KI: 1,63–2,26). Das Risiko war im ersten Anwendungsmonat am höchsten (angepasste HR: 3,59; 95 %-KI: 2,29–5,61), aber auch nach zwei Anwendungsjahren noch erhöht. Von den spezifischen Medikamenten waren Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure und Pregabalin mit einem erhöhten Risiko assoziiert.

Die Autoren merkten an, dass eine AE-Behandlung für Personen mit Epilepsie zwar notwendig sei, die Indikationen aber auf andere Erkrankungen ausgeweitet worden seien, bei denen die Evidenz für Effektivität und Wirksamkeit oft „weniger überzeugend“ sei. Folglich solle die Anwendung von AE in diesen Situationen sorgfältig abgewogen werden, und es sollten Alternativen mit schwächerer sedierender Wirkung bevorzugt werden, besonders bei solchen gebrechlichen älteren Menschen.