Altersabhängige Makuladegeneration: Ranibizumab nach Bedarf nicht schlechter als monatliche Injektionen

  • JAMA Ophthalmology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Statt monatlichen Injektionen können Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD) den Wirkstoff Ranibizumab auch bedarfsweise nach einem Treat-and-Extend-Schema erhalten. Dies hat sich über einen Zeitraum von nunmehr 24 Monaten als nicht weniger wirksam erwiesen und durchschnittlich etwa 6 Arztbesuche pro Patient eingespart.

Hintergrund

Mit dem Wirkstoff Ranibizumab kann das Fortschreiten der nAMD wirksam behandelt werden. Über die zeitlichen Abstände, in denen die Behandlung wiederholt werden sollte, herrscht allerdings keine Einigkeit. In der Studie CANTREAT (Canadian Treat-and-Extend Analysis Trial With Ranibizumab in Patients With Neovascular Age-Related Macular Disease) wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten gezeigt, dass ein sogenanntes Treat-and-extend-Schema (monatlichen Spritzen, bis die Netzhaut trocken ist, dann gegebenenfalls zunehmende Abstände) monatlichen Gaben nicht unterlegen ist. Hier wird nun über die Ergebnisse nach 24 Monaten berichtet.

Design

Randomisierte, offene, auf Nicht-Unterlegenheit angelegte Studie zum Vergleich monatlicher Injektionen von Ranibizumab bei 580 zuvor unbehandelten Patienten mit neovaskulärer AMD (nAMD) gegenüber einem Treat-and-extent-Schema (T&E) über einen Zeitraum von 2 Jahren.

Ergebnisse

  • Die Studienteilnehmer waren durchschnittlich 78,8 Jahre alt, und zu 60,3 weiblich.
  • Nach 24 Monaten hatten 466 Teilnehmer (80,3 %) die Studie beendet. Während die T&E-Gruppe durchschnittlich 17,6 Injektionen erhalten hatte, waren es in der Vergleichsgruppe 23,5.
  • Die Differenz von 5,9 Injektionen / Arztbesuchen war statistisch signifikant (P
  • Die mittlere Verbesserung beim bestkorrigierten Visus war unter T&E mit 6,8 Buchstaben nicht schlechter als die 6,0 Buchstaben nach regelmäßigen monatlichen Injektionen (P = 0,21).
  • Eine Verbesserung um mindestens 15 Buchstaben erlebten 25,5 % in der T&E-Gruppe; 23,1 % waren es nach monatlichen Injektionen (P = 0,59).
  • Auch beim Anteil derjenigen, die sich um mindestens 15 Buchstaben verschlechterten, gab es keinen Unterschied. Er betrug 6,5 % unter T&E gegenüber 5,8 % nach monatlichen Injektionen (P = 0,85).

Klinische Bedeutung

Ein Treat-and-Extend-Schema kann den Patienten Injektionen und Arztbesuche ersparen, ohne dafür Einbußen in der Wirksamkeit der Therapie zu verursachen. Dies könnte auch mit deutlichen Einsparungen für die Gesundheitssysteme verbunden sein. Wie die Forscher mitteilen, wurde die Studie zum besseren Verständnis der langfristigen Auswirkungen auf 36 Monate verlängert, wobei nunmehr beide Arme nach dem T&E-Schema behandelt werden.

Finanzierung: Novartis Pharmaceuticals Canada Inc.