Allogene Stammzelltransplantation in Europa: Überlebenschancen für Krebskranke stetig verbessert


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Auswertung von mehr als 100 000 allogenen Stammzellübertragungen in Europa belegt: Die bisherige Priorisierung der Spender bewährt sich. Das Gesamtüberleben der Transplantatempfänger ist dann am besten, wenn der Spender ein HLA-gematchtes Geschwister ist. Die Überlebenschancen der Empfänger sind am zweitbesten bei HLA-gematchten unverwandten Spendern, es folgen haploidente Spender, Nabelschnurblut und nicht verwandte Spender mit HLA-Mismatches.

Hintergrund
Allogene Stammzelltransplantationen haben für krebskranke Empfänger im Vergleich zur autologen Stammzelltranspantation den Vorteil, dass Graft-versus-Tumoreffekte entstehen können und das Transplantat im Allgemeinen keine malignen Zellen enthält. Ein Risiko sind Graft-versus-Host-Reaktionen. Fortschritte in der klinischen Versorgung ermöglichen es, nicht nur Stammzellen von HLA-gematchten Geschwistern zu verwenden, sondern zunehmend auch solche anderer allogener Spender. In einer großen Analyse aus dem Register der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) sind die Transplantationsergebnisse bei den verschiedenen Gruppen allogener Spender im Zeitverlauf untersucht worden.

Design

  • 106 188 Empfänger allogener Transplantate sind eingeschlossen worden
  • Untersuchungsperioden waren 2001-2005 (Phase 1), 2006-2010 (Phase 2), und 2001-2015 (Phase 3).

Hauptergebnisse
Das mediane Follow-up nach Transplantation betrug 4,1 Jahre (1,7-7,7 Jahre). Das Gesamtüberleben verbesserte sich zwischen Epoche 2 und Epoche 3 in allen Spendergruppen: von 54,0 auf 54,6 % nach 3 Jahren bei den gemachten Geschwistern, von 49,1 auf 51,6 % nach 3 Jahren bei den gematchten unverwandten Spendern, von 34,5 auf 44,2 % bei den haploidenten Spendern, von 36,3 auf 43,7 % bei der Verwendung von Nabelschnurblut und von 37,4 auf 41,3 % nach 3 Jahren bei unverwandten Spendern mit HLA-Mismatches.

Klinische Bedeutung
Das Gesamtüberleben von Empfängern allogener Stammzellen hat sich vor allem bei haploidenten Spndern und Nabelschnurblut verbessert. Die Verbesserungen sind vor allem auf eine Reduktion der nicht durch Rezidive verursachten Mortalität zurückzuführen. Nach wie vor sind die Überlebenschancen der Transplantatempfänger dann am besten, wenn sie ein HLA-gemtachtes Geschwister als Spender haben. Die bisherige Hierarchie in der Spenderauswahl hat sich damit auch bei Fortschritten im Gesamtüberleben bewährt.

Finanzierung: The Varda and Boaz Dotan Research Center in Haemato-Oncology, Tel Aviv University, und Shalvi Foundation for Research.