Allgemeinärzte gehen bei Darmkrebsvorsorge offenbar mit gutem Beispiel voraus


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Eine Befragung von Allgemeinmedizinern und Internisten über 50 Jahren deutet darauf hin, dass die niedrigen Akzeptanz von Vorsorgekoloskopien nicht auf die Skepsis der Ärzte zurück zu führen ist, und dass es unter den Antwortenden Ärzten eine hohe Übereinstimmung zwischen dem eigenen Verhaltenen und den Ratschlägen an ihre Patienten gibt.

Hintergrund

Vorsorgeprogramme zur Darmkrebserkennung werden in Deutschland von der Bevölkerung nicht gut angenommen. Eine Vorsorgekoloskopie haben laut einer Erhebung aus dem Jahr 2013 nur 21 % der anspruchsberechtigten Männer und 23 % durchführen lassen. Dies könnte auch damit zusammenhängen, wie intensiv Ärzte das Screening bewerben und ob sie selbst mit gutem Beispiel voran gehen.

Design

Schriftliche Umfrage per Post unter allen 450 bei der KV Unterfranken registrierten Allgemeinmedizinern und Internisten über 50 Jahren in Deutschland. Sie wurden danach gefragt, ob sie selbst das Screening in Anspruch nehmen, nach ihrer Einstellung zu diesem Thema und nach ihrem Verhalten gegenüber den Patienten in dieser Frage.

Hauptergebnisse

  • Mit 237 ausgefüllten Fragebögen belief sich die Rücklaufquote auf 52,7 %.
  • 71 % hatten sich für eine Vorsorgeuntersuchung entschieden, darunter wählten 81 % eine Koloskopie.
  • 90 % gaben gegenüber ihren Patienten eine aktive Empfehlung für das Screening ab, 88 % rieten zu einer Koloskopie.

Klinische Bedeutung

Wenn man dann ausgeht, dass jene Hälfte der Ärzte, welche die Umfrage beantwortet hat, repräsentativ ist, ist die Bereitschaft zum Darmkrebsscreening bei den Allgemeinärzten und Internisten deutlich höher, als in der Allgemeinbevölkerung. Wünschenswert wäre eine ergänzende Befragung der Patienten, ob und wie deutlich/überzeugend sie von ihren Ärzten auf das Darmkrebsscreening angesprochen wurden.

Finanzierung: Keine Angaben.