Allergienachweis: Nasenabstrich statt Pieks


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

Der Nachweis spezifischer IgE bei allergischer Rhinitis ebnet den Weg für eine neue, sanftere Diagnosemethode.

Allergienachweis ohne Pieks

Bis zu 40% aller Europäer leiden an einer allergischen Rhinitis. Das sind rund 130 Millionen Menschen. Für die Diagnostik standen bislang Blut- sowie die so genannten Pricktests zur Verfügung. Beide Methoden werden häufig als unangenehm empfunden, insbesondere in der Kinderheilkunde auch als problematisch. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München ebnen jetzt den Weg für eine weitere Methode: Den Nachweis von Allergie-Antikörpern im Nasensekret.

Gemessen wurde spezifisches IgE im Nasensekret von 47 Probanden mit einer bekannten Sensibilisierung gegenüber Birken-, Haselnuss-, Erlen- oder Gräserpollen sowie gegenüber Hausstaubmilben, und von zwei nichtsensibilisierten Kontrollpersonen. Untersucht wurde das Probenmaterial mit einer Bio-Chip-Methode, die ursprünglich für die Analyse von Blutproben entwickelt wurde. Zum Vergleich wurde die Messung jeweils auch mit Blutproben durchgeführt.

Im Ergebnis zeigte sich eine signifikante positive Korrelation (n=49; P

Ein großer Vorteil der Allergiediagnose mit dem Nasensekret ist, dass sie sich im Gegensatz zum Blut- oder Pricktest gut für kleine Kinder eignet. Bei ihnen ist eine Therapie in Form einer Hyposensibilisierung besonders wichtig, da sich im Kindesalter aus einer allergischen Rhinitis ein allergisches Asthma entwickeln kann“, sagt Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der TUM und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München. PD Dr. Stefanie Gilles ergänzt: „Außerdem nehmen wir an, dass im Nasensekret auch allergenspezifische Antikörper des Typs Immunglobulin-E nachgewiesen werden können, die im Blut nicht messbar sind. Dies müssen wir nun in weiteren Studien überprüfen.“

Finanzierung

Impuls‐ und Vernetzungsfonds, Helmholtz Gemeinschaft