ALL: der Zusatz von Rituximab zeigt in Phase 3 keinen Überlebensvorteil

  • BSH 2020
  • 27.04.2020

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Der Zusatz von Rituximab zur Induktions-Chemotherapie bringt bei Patienten mit akuter B-Präkursor lymphoblastischer Leukämie (B-ALL) keine verbesserten Ergebnisse.
  • Der Level der CD20-Expression korreliert nicht mit dem Ansprechen auf Rituximab.
  • Patienten, die nach Induktion eine myeloablative allogene Stammzelltransplantation (MAallaSCT) erhielten, erreichten durch Rituximab einen signifikanten Benefit.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse rechtfertigen weitere Studien, um Patienten mit ALL zu identifizieren, die von Rituxumab profitieren könnten.

Studiendesign

  • Primäranalyse der randomisierten Phase 3-Studie UKALL14.
  • 577 Patienten mit B-ALL im Alter von 25-65 Jahren wurden randomisiert einer Standard-Induktionschemotherapie (SOC) mit oder ohne Rituximab zugeteilt.
  • Finanzierung: Cancer Research UK.

Wesentliche Ergebnisse

  • SOC zeigte im Vergleich zur Gruppe mit zusätzlichem Rituximab keinen signifikanten Unterschied bei
    • Kompletter Remission: 92,7% vs. 94,8%.
    • Minimaler Resterkrankung: 42,2% vs. 41,8%.
  • Schwere/unerwünschte Ereignisse und rezidivfreie Mortalität waren in beiden Gruppen vergleichbar.
  • Nach einem mittleren Follow-up von 50,5 Monaten unterschied sich das ereignisfreie Überleben (EFS) über 3 Jahre nicht signifikant zwischen SOC und zusätzlichem Rituximab (41,9% vs. 48,7%; HR 0,88; p=0,28).
  • Die CD20-Expression auf der Zelloberfläche zeigte keine signifikante Interaktion.
  • Der Blastenanteil mit CD20-Expression war ein unabhängiger Faktor für eine schlechte Prognose:
    • CD20-Level >20% zeigten gegenüber CD20-Level 
  • Bei Patienten, die MAallaSCT erhielten, wurde in der Rituximab-Gruppe ein signifikant verbessertes EFS beobachtet (HR 0,47; p=0,03).