Aktuelle Empfehlungen und wichtige Neuerungen zur Diagnostik und Therapie von Erwachsenen mit (chronischem) Husten


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Husten, eines der weltweit häufigsten Symptome

Mit einer Prävalenz von 12,7 % sind erwachsene Europäer häufiger von chronischem Husten betroffen als Menschen in Amerika (11 %), Asien (4,4 %) oder Afrika (2,3 %), so die Ergebnisse systematischer Analysen publizierter Studien zum Husten bei Erwachsenen. Verlässliche Daten zur Husten-Prävalenz speziell für Deutschland liegen bis dato nicht vor.

Akut, subakut oder chronisch? Klassifizierung des Hustens

Akute, spontan abklingende virale Erkrankungen der oberen und/oder unteren Atemwege stellen die häufigste Ursache des Hustens dar. Hält der Husten über 2 bis 8 Wochen an, wird dieser als subakut klassifiziert – häufig die Folge eines prolongiert ablaufenden Infektes. Liegen keine Alarmsymptome vor, ist eine abwartende Haltung bis zu 8 Wochen ohne weitere Diagnostik akzeptabel.

Ab 8 Wochen wird von einem chronischen Husten ausgegangen. Dieser Zeitpunkt markiert auch den Start der ausführlichen Hustendiagnostik.

Chronischer Husten – wie abklären?

Die häufigsten Erkrankungen, die mit einem chronischen Husten einhergehen, können durch Röntgen-Thorax-Aufnahmen und eine Lungenfunktionsprüfung abgeklärt werden. Diese sollen stets bei Erstuntersuchung der Patienten durchgeführt werden. Eine Therapie mit ACE-Hemmern ist ggf. probatorisch vor der weiteren Diagnostik zu ersetzen.

Sind Röntgen- und Lungenfunktionsdiagnostik nicht richtungsweisend, sollte an eine Triggerung des Hustens durch weitere Faktoren gedacht werden. Hierzu zählen z. B. Husten als Asthmaäquivalent, die eosinophile Bronchitis, eine Affektion der oberen Atemwege oder der gastroösophageale Reflux. Bleibt die Ursache ungeklärt, sollten Patienten einer Bronchoskopie zugeführt werden.

20 % der Patienten mit chronischem Husten ohne eindeutige Ursache

Wenn nach Ausschöpfung der Diagnostik keine Ursache für den chronischen Husten gefunden wurde, liegt ein chronisch idiopathischer Husten vor. Grundlegend ist eine Erhöhung der Sensitivität (Hypersensitivität) des Hustenreflexes, die bei unterschwelligen Reizen zum Husten führt. Dabei sind Frauen im Vergleich zu Männern doppelt so häufig betroffen – insbesondere Frauen kurz nach der Menopause.

Chronischer idiopathischer Husten: Symptomatische Therapie als einzige Option

Bei einigen Patienten hilft als Heilversuch die Inhalation von Lokalanästhetika oder Morphin in niedrigdosierter retardierter Form oder auch die medikamentöse Behandlung mit Gabapentin, Pregabalin oder Amitriptylin. Weitere Medikamente wie z. B. die P2X3-Rezeptorblocker befinden sich aktuell noch in der klinischen Prüfung.

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