Aktive Psoriasis-Arthritis: Biologikum Guselkumab reduziert Krankheitsaktivität und erhöht Lebensqualität

  • Lancet

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der Interleukin-23-Inhibitor Guselkumab verbessert bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis die Symptome an den Gelenken und an der Haut, und zwar auch nach intensiver Vorbehandlung mit anderen Biologika. Für Patienten besonders wichtig: Die Lebensqualität erhöht sich, die Nutzen-Risiko-Relation ist gut.

Hintergrund
Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Hand- und Fußgelenke und/oder der Wirbelsäule, meist begleitend zu einer Psoriasis der Haut oder der Nägel. Für Patienten, die weder auf konventionelle krankheitsmodifizierende Substanzen (DMARDs) wie Methotrexat ausreichend ansprechen, noch auf TNF-Inhibitoren oder diese nicht vertragen, werden weitere Substanzen benötigt. Guselkumab ist ein Interleukin-23-(IL-23)Inhibitor. Zum Wirkmechanismus: Über die IL-23-Hemmung wird vor allem die Aktivierung jener Subpopulation von T-Helferzellen gebremst, die maßgeblich am Entzündungsgeschehen in der Haut und an den Gelenken beteiligt sind (Th17-Zellen). In einer großen, prospektiven randomisierten Phase-3-Studie sind Effektivität und Toxizität einer Guselkumabtherapie untersucht worden und der Einfluss auf die Lebensqualität.

Design

  • prospektiv randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studie an 86 Zentren in den USA, Asien, Australien und Europa inklusive Deutschland
  • Teilnehmer: erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis und mindestens 3 geschwollenen Gelenken und 3 Gelenken mit Spannungsgefühl
  • Krankheitsaktivität: C-reaktives Protein ≥ 0,3 mg/dL trotz Standardtherapien wie DMARDs und NSAID, aber auch TNF-α-Blockern (bei 30 % ein oder zwei TNF-α-Blocker)
  • Randomisierung: 1:1:1 zu
    • Guselkumab 100 mg s.c. alle 4 Wochen,
    • Guselkumab 100 mg zum Zeitpunkt 0 und 4 Wochen und danach alle 8 Wochen oder zu
    • Placebo.
  • Begleitmedikation: Basismedikation mit DMARDs möglich
  • Endpunkte: Verbesserung der Symptome zu Woche 24, bestimmt über den ACR20 (American College of Rheumatology 20 %), Sicherheit und Lebensqualität

Hauptergebnisse
381 Patienten wurden randomisiert und beendeten Behandlung und Nachbeobachtung. Eine ACR20 zu Woche 24 erreichten

  • 59 % in der Gruppe „Verum alle 4 Wochen“,
  • 52 % in der Gruppe Guselkumab alle 8 Wochen und
  • 22 % unter Placebo.
  • Die Unterschiede der Verumgruppen zu Placebo waren mit p

Schwere unerwünschte Effekte traten in der Verumgruppe bei 3 % der Patienten mit einer Antikörpertherapie alle 8 Wochen auf und bei 4 % unter Placebo. In den Verumgruppen gab es keine Nebenwirkungen von Grad 5.

Die Lebensqualität verbesserte sich klinisch relevant bei 57 % und 51 % in den beiden Verumgruppen und bei 29 % unter Placebo – auch dies  signfikante Unterschiede.

Klinische Bedeutung
Eine progressive Psoriasis-Arthritis ist mit körperlicher Behinderung und erhöhter Sterblichkeit assoziiert. Die Kontrolle über Entzündungsaktivität und Symptomatik ist daher essenziell für diese Patienten. Guselkumab wird als potenzielle neue Behandlungsoption bewertet für Patienten mit aggressiver oder therapierefraktäer Erkrankung. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sei sehr günstig, so die Autoren.

Finanzierung: Janssen Research and Development